Puls bei Kindern: Normalwerte und Auswirkungen von Sport

Puls-bei-Kindern-Ratgeber
  • Der Puls bei Kindern ist deutlich höher als bei Erwachsenen.
  • Aufgrund unterschiedlicher Wachstumsphasen kommt einer Tabelle, die nach dem Alter gestaffelt ist, lediglich eine grobe Orientierungsfunktion zu.
  • Im Laufe der Jahre nähert sich ein zunächst sehr hoher Puls immer weiter den Werten eines Erwachsenen an.

Der Puls bei Kindern unterscheidet sich grundsätzlich von klassischen Pulstabellen, die für Erwachsene gelten. Aber worin bestehen eigentlich die Unterschiede und welche Gründe gibt es dafür?

In unserem Ratgeber erklären wir Ihnen, welche Pulswerte bei Kindern normal sind und inwieweit sich Sport auf die Pulsfrequenz auswirkt.

1. Der Puls bei Kleinkindern

Das Herz schlägt in den ersten Jahren deutlich schneller als später. Um alle wichtigen Organe und Muskeln mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen, muss ein kleineres Herz deutlich mehr leisten. Dementsprechend steigt der Ruhepuls an und ist mit den Normalwerten eines Erwachsenen nicht vergleichbar.

Für Kleinkinder gelten folgende Richtwerte der Herzfrequenz (in Ruhe):

Alter Schläge des Herzens in einer Minute
Neugeborene etwa 140
Kinder bis 2 Jahre ca. 115 bis 130
Kleinkinder mit 3 Jahren etwa 105 bis 110
Kinder mit 4 Jahren ca. 95 bis 105
Kinder mit 5 Jahren ca. 90 bis 100

Jedes Kind entwickelt sich jedoch unterschiedlich, sodass Abweichungen nach oben und unten normal sind. Selbst eine Pulstabelle bei Erwachsenen bietet Ihnen keine verlässlichen Informationen darüber, inwieweit die Werte gut, normal oder zu hoch sind. Im Detail lässt sich dies durch einen Arzt im Rahmen eines Leistungstests bestimmen.

2. So entwickelt sich der Puls bei Kindern im Laufe der Jahre

Wissen über den Puls bei Kindern

Der Puls schnellt bei Bewegung rasch in die Höhe.

Da der Puls von Kindern bereits im Ruhezustand relativ hoch ist, unterscheidet sich auch der Belastungspuls deutlich von dem eines Erwachsenen. Kinder können also durchaus bei einem Puls von über 200 eine längere Zeit laufen, ohne sich an ihrer absoluten Belastungsgrenze zu befinden.

Dies gilt allerdings nicht pauschal, sodass Sie keine vorzeitigen Schlüsse ziehen sollten.

Im Hinblick auf den Ruhepuls können Sie sich grob an der folgenden Tabelle orientieren:

Alter Mittelwert der Pulsfrequenz (in Ruhe)
6, 7 und 8 Jahre 90 bis 95
9 und 10 Jahre 85 bis 90
11 und 12 Jahre 80 bis 90
13 und 14 Jahre 75 bis 85
15 und 16 Jahre 70 bis 82
17 und 18 Jahre 65 bis 80

Generell liegt der Ruhepuls von Mädchen und Frauen etwas höher als der von Jungen und Männern. Allerdings spielt im Kindes- und Jugendalter die individuelle Entwicklung eine deutlich größere Rolle als das Geschlecht.

Besonders bei größeren Entwicklungssprüngen kann sich der Herzschlag zunächst wieder leicht erhöhen, um die zusätzliche Körpermasse mit ausreichend Blut und Sauerstoff zu versorgen. Das Herz muss sich zunächst an die neue Situation anpassen und wächst somit weiter.

3. Der Einfluss von Sport auf den Puls bei Kindern

Einseitiger Sport belastet:

In jedem Alter ist Sport sinnvoll, um die Gesundheit zu fördern und zu erhalten. Kinder sollten jedoch nicht zu viel und vor allem nicht zu einseitig trainieren, um alle Fähigkeiten gleichmäßig auszubilden. Ausdauersportarten sollten erst später folgen. Näheres zu geeigneten Sportarten erfahren Sie in diesem Artikel auf Spiegel-Online.

Sportler verfügen generell über einen deutlich niedrigeren Ruhepuls als Untrainierte. Der Maximalpuls ändert sich indes kaum.

Kinder, die bereits in frühem Alter mit viel Sport aufwachsen, verbessern die Leistungsfähigkeit des Herzens. Dies äußert sich vor allem in einer signifikanten Verringerung des Herzschlags während einer körperlichen Belastung.

Der Grund dafür liegt in einer verbesserten Sauerstoffaufnahmefähigkeit sowie in einer gleichzeitigen Vergrößerung des Herzens. Somit kann nicht nur mehr Sauerstoff transportiert werden, sondern zusätzlich auch mehr Sauerstoff vom Körper aufgenommen werden.

Die Pulswerte bei trainierten Kindern und Jugendlichen weichen also teils deutlich von der obigen Tabelle ab. Dies gilt insbesondere ab einem Alter von etwa zwölf Jahren.

Auch wenn es durchaus sinnvoll ist, die Ausdauerfähigkeit auch in jungen Jahren bereits zu trainieren, sollte das Training von Kindern und Jugendlichen möglichst vielseitig gestaltet sein. Im Hinblick auf Ausdauersport besonders trainierte Kinder verfügen als Erwachsene keinesfalls über bessere Voraussetzungen als Kinder, die vielseitig trainiert haben.

Tipp: Beim Training von Kindern sollte die Bewegungsqualität im Vordergrund stehen.

4. Den Puls messen – so geht es

Informationen über das Messen der Herzfrequenz

Bei einem Kind messen Sie den Herzschlag am besten am Handgelenk.

Wenn Sie den Puls messen möchten, nutzen Sie am besten Mittel- und Zeigefinger und messen Sie den Puls direkt am Handgelenk oder aber an der Halsschlagader.

Ideal ist es, wenn Sie für 30 Sekunden messen und den Wert mit 2 multiplizieren. Möchten Sie einen möglichst exakten Wert direkt nach einer körperlichen Belastung erhalten, messen Sie lediglich 15 Sekunden und multiplizieren Sie den Wert mit 4, da sich die Pulsfrequenz ansonsten schnell wieder verringert.

Deutlich besser ist es, wenn Sie während der Belastung eine Pulsuhr tragen. Die meisten Modelle zeichnen die Werte automatisch auf, ohne dass Sie sich darum kümmern müssen.

Eine Möglichkeit zum Messen von Puls und Blutdruck sehen Sie dem folgenden Video:

5. Faktoren, die den Puls bei Kindern und Erwachsenen erhöhen

Haben Sie einen Überblick über Ihre durchschnittliche Pulsfrequenz, so kann sich diese durch einige Faktoren verändern.
Besonders relevant sind die folgenden Punkte:

  • Medikamente können den Herzschlag sowohl erhöhen als auch verlangsamen.
  • Infektionen oder Fieber gehen mit einer Erhöhung der Pulsfrequenz einher.
  • Koffein und Alkohol wirken sich ebenfalls pulsfrequenzerhöhend aus.
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