Zeh tapen: Anleitung und Tipps zur Anwendung

Zeh tapen
  • Ein Kinesio-Tape kann nach einem Bruch, einer Verstauchung oder einer Kapselverletzung zur Entlastung eingesetzt werden.
  • Wenn Sie Ihren Zeh tapen, achten Sie darauf, dass Sie den Zeh regelmäßig beobachten. Bei einer Verschlechterung der Beweglichkeit oder stärkeren Schmerzen suchen Sie einen Arzt auf.
  • Indem Sie Ihren Zeh tapen, wird dieser zwar belastbarer. Allerdings sollten Sie zunächst auf lockeren Sport setzen, um den Zeh nicht stark zu strapazieren.

Ein unsanfter Stoß gegen die Tür oder eine Kollision des kleinen Zehs mit der Ecke der Couch – so oder so ähnlich kommt es zu Prellungen oder Brüchen der Zehen.

Ist ein Zeh geprellt oder auch gebrochen, sind die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen wichtig, um die Beschwerden einzudämmen.

Handelt es sich um keine offene Verletzung, können Sie Ihren Zeh tapen, um die Muskeln zu entlasten. In unserem Ratgeber stellen wir Ihnen eine Anleitung vor, wie Sie das Kinesiologie-Tape richtig anlegen.

1. Schnell handeln, um einen großen Bluterguss zu verhindern

gebrochener zeh

Optisch unterscheidet sich ein gebrochener Zeh nicht von einem verstauchten Zeh.

Hatten Sie einen unsanften Zusammenstoß mit der Tür oder haben Sie sich Ihre Zehen beim Fußball verletzt, sollte die Erstversorgung möglichst schnell stattfinden.

Unabhängig davon, ob Sie sich einen Zeh gestaucht, einen Kapselriss zugezogen oder einen Bruch erlitten haben, treten schnell größere Blutergüsse auf.

Um die Blutung zu stoppen und damit die Schmerzen zu lindern, empfiehlt sich als erste Maßnahme Kälte. Am besten legen Sie ein eingewickeltes Kühlpack auf die betroffenen Zehen. 

Um eine Verletzung der Haut zu vermeiden, sollten Sie ein Kühlpack nie direkt auf die Haut legen, sondern stets ein Trockentuch oder etwas Ähnliches als Schutzschicht verwenden.

Kühlen Sie die betroffene Stelle nicht länger als 15 Minuten am Stück.

2. Nicht immer reicht das Taping aus

Großer und kleiner Zeh häufiger verletzt:

Die kleinen und großen Zehen leiden häufiger als die mittleren Zehen. Da viele Verletzungen im Halbschlaf geschehen, hat sich der Begriff Nightwalker-Fraktur entwickelt.

Eine verletzte Kapsel, ein gebrochener Zeh oder eine Verstauchung bieten die Möglichkeit, den Zeh zu tapen. Jedoch sollten Sie den betroffenen Zeh genau untersuchen, um festzustellen, ob das Anlegen eines Kinesiotapes ausreichend ist.

Bei folgenden Kontraindikationen sollten Sie in jedem Fall direkt einen Arzt aufsuchen:

  • ein Zeh steht schief
  • es handelt sich um einen offenen Bruch
  • der Zeh ist stark gequetscht worden
  • Sie haben eine offene Wunde (die Infektionsgefahr ist höher)
  • es handelt sich um die Verletzung des großen Zehs
  • die Bewegung ist stark eingeschränkt

Falls eine Operation nötig ist, betrifft dies vorwiegend den großen Zeh. Nähere Informationen zu einer möglichen OP finden Sie hier.

3. Einen Zeh tapen – so gelingt es

zeh tapen

Um einen Zeh zu tapen, benötigen Sie nicht unbedingt ein Kinesio-Tape.

Ist einer der mittleren Zehen verletzt, ist es relativ einfach, diesen richtig zu tapen. Sie benötigen zunächst einen schmalen Streifen eines Kinesiotapes oder eines klassischen Tapes.

Nun wickeln Sie diesen um Ihren verletzten sowie um den benachbarten Zeh. Um eine direkte Reibung aneinander zu verhindern, können Sie das Tape zunächst einmal um den einen Zeh wickeln und erst anschließend zur Befestigung an dem anderen Zeh übergehen.

Bei dieser Methode unterstützen Sie Ihren verletzten Zeh, da dieser an die Bewegung des neben ihm befindlichen Zehs gekoppelt ist.

Den kleinen Zeh können Sie ebenfalls am benachbarten Zeh befestigen, um die gewünschte Wirkung zu erreichen.

Tipp: Ein einfach gebrochener Zeh wird dabei nicht anders behandelt als eine Prellung. Viele Betroffene bemerken den Unterschied auch nicht, da der Heilungsprozess sehr ähnlich verläuft und einige Wochen in Anspruch nimmt.

Wie Sie Ihren großem Zeh tapen, erfahren Sie in dem folgenden YouTube-Video:

4. Wichtige Tipps zur Schonung

Bereitet Ihnen das Gehen Schmerzen, so beschränken Sie sich auf Aktivitäten, bei denen Sie Ihre Zehen nur wenig oder gar nicht belasten. Besonders geeignet sind Radfahren, Krafttraining oder Schwimmen.

füße und zehen entlasten

Schonen Sie Ihre Zehen für einige Wochen.

Eine starke Prellung oder ein Bruch sollten innerhalb von vier bis sechs Wochen abheilen. Nach etwa ein bis zwei Wochen werden Sie allerdings schon eine deutliche Verbesserung bemerken, sodass das Gehen im Alltag nicht mehr allzu viele Probleme bereitet.

An dieser Stelle ist es besonders wichtig, dass Sie Ihren verletzten Zeh nicht zu früh überfordern. Ist ein Bruch noch nicht komplett verheilt, besteht die große Gefahr, dass dieser erneut bricht und Ihr Heilungsprozess von vorne beginnt.

Wenn Sie Ihren Fuß tapen, spielt die Farbe indes keine Rolle. Greifen Sie daher zu den Mustern und Farbkombinationen, die Sie ansprechen.

Falls Sie noch nicht wissen, welches Tape das Richtige ist, vergleichen Sie die einzelnen Produkte am besten direkt miteinander. Generell gilt, dass Sie sehr günstige Produkte meiden sollten, da es die Klebkraft nicht mit der hochwertiger Tapes aufnehmen kann.

Zeh tapen: Anleitung und Tipps zur Anwendung
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