Epicondylitis: Das steckt hinter dem berühmten Tennisarm und so wird er bekämpft

Epicondylitis
  • Eine Epicondylitis, auch Tennisarm genannt, entsteht durch eine Überlastung der am Ellenbogen befestigten Muskeln.
  • Regelmäßige Dehnungen können vorbeugend wirken.
  • Der Heilungsprozess dauert zumeist mehrere Wochen.

Von einem Tennisarm haben die meisten Sportler bereits gehört. Seine genaue medizinische Bezeichnung ist Epicondylitis humeri radialis und er betrifft längst nicht nur Tennisspieler. Die Beschwerden im Ellenbogen sind Folge einer Überlastung des betroffenen Arms, durch die es zu Rissen sowie Entzündungen im Gewebe kommt.

Auf welche Weise sich die Schmerzen im Ellenbogen äußern und wie Sie sie wieder loswerden können, erklären wir in unserem Ratgeber!

1. Der Tennisarm verursacht charakteristische Schmerzen

Bei einigen Sportarten wie dem Tennisspielen oder Kanufahren wird ein Arm besonders stark belastet. Die Muskeln in diesem Arm, die für die Bewegungen des Handgelenks und der Fingern verantwortlich sind, sind an einem winzigen Knochenvorsprung an der Außenseite des Ellenbogens lokalisiert. Und genau in diesem Bereich entstehen die Schmerzen.

Wenn jetzt nicht die Ursache für die Schmerzen beseitigt wird, nehmen sie immer weiter zu und können bis in den Oberarm reichen. Bei einigen Betroffenen stellt sich gar ein Schwächegefühl im Handgelenk ein, wodurch sie nicht mehr problemfrei zugreifen können.


Die Medizin unterteilt den Verlauf der Epicondylitis in vier Phasen:

  • 1. Phase: reversible Entzündung der Sehnen
  • 2. Phase: irreversible Abänderungen am Unterarmmuskelansatz
  • 3. Phase: Abriss des Ansatzes des Muskels
  • 4. Phase: zusätzliche Veränderungen wie Verkalkung oder Bindegewebseinlagerungen in dem Ansatz der Sehnen

2. Der Besuch beim Arzt bringt Gewissheit

Epicondylitis

Warten Sie nicht, bis die Schmerzen schlimmer werden, sondern holen Sie sich fachlichen Rat!

Wer befürchtet, eine Epicondylitis auszubilden, sollte unbedingt zum Arzt gehen. Dieser erfragt die Symptome genau und verwendet häufig nur noch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder ein MRT, um den Verdacht auf einen Tennisarm zu bestätigen. Außerdem lassen sich so andere Ursachen für die Schmerzen (z. B. eine Sehnenscheidenentzündung) ausschließen. Teilweise spritzen die Mediziner ein Lokalanästhetikum in den betroffenen Sehnenansatz. Geht der Schmerz sofort zurück, ist die Diagnose Epicondylitis ebenfalls gesichert.

3. Die Epicondylitis richtig behandeln (lassen)

Wie sich die Therapie des Tennisarms gestaltet, steht in Abhängigkeit vom Schweregrad und dem Fortschritt der Erkrankung. Die gute Nachricht ist, dass die Epicondylitis mit einfachen Mitteln oftmals selber behandelt werden kann. Dazu zählen Kühlungen des Ellenbogens mit Eis oder durchblutungsfördernde und schmerzstillende Salben.

Wichtig ist jedoch, dass der Patient selbst etwas gegen seinen Tennisarm tut. So sollte er bestimmte Belastungen vermeiden und mithilfe von Physiotherapie den Heilungsprozess beschleunigen. Auch Dehnübungen, die auf das Handgelenk und den Unterarm abzielen, haben sich als sehr wirksam erwiesen. Wer sie durchführt, sorgt langfristig für eine Entspannung der Muskeln im Unterarm. Dies wiederum führt zu einer Minderung des Zugs am Sehnenansatzgebiet.

In seltenen Fällen ist bei einer Epicondylitis eine Operation notwendig. Dabei wird das beschädigte Gewebe innerhalb des Sehnenansatzbereiches entfernt und somit die Spannung in den Sehnen abgesenkt. Dieser Eingriff erfolgt ambulant.

In jedem Fall sollte der vom Tennisellenbogen betroffene Arm für mehrere Wochen geschont werden. Wie lange die Heilung tatsächlich dauert, hängt nicht zuletzt auch davon ab, wie stark die Muskeln strapaziert wurden.

4. Einer Epicondylitis vorbeugen

Zu den Risikogruppen für die Ausbildung einer Epicondylitis gehören Tennisspieler und Golfer, da sie mit einem Schläger einseitige Bewegungen durchführen. Insbesondere wer mehr als drei Stunden pro Woche auf dem Platz oder über 40 Jahre alt ist, klagt gelegentlich über Schmerzen im Arm.

Da sich bei einer Epicondylitis die Behandlung langwierig gestalten kann, ist eine Vorbeugung sinnvoll. So sind einseitige Belastungen zu vermeiden. Außerdem kann ein regelmäßiges Dehnen der Unterarmstreckmuskeln vorbeugend wirken.

Dafür wird der Ellbogen gestreckt, die Hand nach hinten gebogen und mit der anderen Hand festgehalten. Führen Sie die Dehnung für 15 Sekunden durch und wiederholen Sie die Übung dreimal täglich.

Epicondylitis: Das steckt hinter dem berühmten Tennisarm und so wird er bekämpft
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2 Comments

  1. stefan

    14. Januar 2015 at 08:53

    Guten Morgen.

    Vergesst die Dehnübungen.

    Das bringt absolut nichts!!!

    Man merkt kurz den Schmerz des Dehnens in die „andere Richtung“ und hält das für eine Besserung.

    Ich habe das am eigenen Leib erfahren…..

    Quäle mich nun schon seit 2 Jahren mit beidseitigem Tennisarm herum.

    Die einzigen positiven Erfahrungen konnte ich mit einer Botolinumtoxin-Behandlung machen.

    Damit bekam ich die Schmerzen im rechten Arm in den Griff und konnte wenigstens wieder arbeiten.

    Leider ist diese Behandlung nur „PRIVAT“ keine Kassenleistung, da keine Medikamenten-Lobby dahintersteht. ca. 200 bis 400€

    Aber wenn mehr Patienten diese bei Ihren Krankenkassen anfragen würden, würde dort auch ein Umdenken stattfinden, denn eine OP ist deutlich teurer und kann sehr viel Schaden anrichten.

    Gruß

  2. Fabian Grenu

    31. Januar 2019 at 11:51

    Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag. Ich spiele gern Tennis und ich habe in der letzten Zeit Ellenbogenschmerzen. Ich werde eine Handchirurgie als Behandlung bekommen. Vor der Behandlung werde ich die Übungen auf dem Video machen.

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