Kickboxen: Unser umfassender Ratgeber für Einsteiger und Interessierte

Kickboxen-Ratgeber
  • Das Kickboxen setzt sich aus verschiedenen Kampfsportarten zusammen. Im Fokus stehen Tritte und Schläge.
  • Würfel, Hebel sowie Bodenkämpfe finden nicht statt. Liegt ein Gegner auf dem Boden, wird der Kampf unterbrochen.
  • Kickboxen eignet sich nicht nur zum Erlernen von Kampftechniken, sondern auch für eine hervorragende allgemeine Fitness. Insbesondere Frauen trainieren häufig in Kursen, bei denen der Fitnessaspekt im Vordergrund steht.

Kickboxen erfreut sich, wie viele andere Kampfsportarten, einer großen Begeisterung. Aber was zeichnet das Training eigentlich aus?

In unserem Ratgeber stellen wir Ihnen die verschiedenen Aspekte des Sports vor und erklären, welche Regeln und Unterschiede es gibt.

1. Kickboxen – das steckt hinter dem Begriff

Kickboxen ist eine relativ moderne Sportart und vereint verschiedene Aspekte des Karate, des Taekwondo sowie des klassischen Boxens. Im Gegensatz zum Boxtraining sind Kämpfer jedoch durch eine Schutzausrüstung vor zu harten Treffern geschützt.

zwei männer üben kickboxen

Je nach Ausrichtung stehen Fitness oder Kampf im Vordergrund.

Die Ausrüstung besteht aus

  • Schienbeinschützern,
  • Kopfschutz,
  • sowie Handschuhen und Mundschutz.

Je nach individuellem Interesse können Sie das Kickboxing im Sinne eines Kampfsports ausüben oder aber zur Verbesserung Ihrer allgemeinen Fitness nutzen. Das Fitness-Kickboxen ist im Gegensatz zum Kickboxen mit weniger Sparring verbunden.

Durch intensives Training verbessern Sie Ihre Kraft, Ihre Reaktionsgeschwindigkeit, die Beweglichkeit sowie Ihre Ausdauerfähigkeit. Das klassische Fitnessstudio-Training können Sie sich also in Zukunft sparen.

Die Sportart zeichnet sich durch zahlreiche Schlag- sowie Tritttechniken aus. Um die verschiedenen Techniken zu lernen, verwenden die Trainer Schlagpolster. So können Sie die Übungen durchführen, wobei das Verletzungsrisiko minimal ist.

2. Kickboxen zur Verbesserung des Selbstbewusstseins

Kampfkunst zur Gesundheitsförderung:

Kampfsportarten, wie das Kickboxen, Judo oder Kung Fu, führen zu einer deutlichen Verbesserung der allgemeinen Fitness.
Das Verletzungsrisiko hält sich trotz intensiven Körperkontakts in Grenzen. Insbesondere Menschen, die im Alltag viel sitzen, profitieren von den vielseitigen Bewegungsformen. Nähere Informationen über sportmedizinische Aspekte finden Sie hier.

Jede Sportart, bei der Sie ganzheitlich trainieren und sich fit halten, führt zu einer Steigerung des Selbstvertrauens. In besonderem Maße trifft dies jedoch auf verschiedene Kampfsportarten zu. Neben der reinen körperlichen Fitness ist eine aufrechte und zugewandte Körperhaltung entscheidend.

Im Kampf können Sie Ihren Blick nicht senken und den Gegner aus den Augen lassen. Wer auf den Boden schaut, kann nicht auf die Angriffe seines Kontrahenten reagieren. Ganz automatisch werden Sie diese Fähigkeiten auch in Ihren Alltag mitnehmen.
Die klassische Opferhaltung, mit hängenden Schultern und gesenktem Blick, verschwindet. Durch die aufrechte Körperhaltung strahlen Sie nicht nur mehr Selbstvertrauen aus, sondern spüren dieses Gefühl auch in Ihrem Innern.

Vielen Menschen fehlt es in Alltagssituationen an Durchsetzungsvermögen und Mut. Genau diese Fähigkeiten werden jedoch durch das intensive Training, die Körperbeherrschung sowie die Disziplin geschult.

In dem folgenden Youtube-Video erfahren Sie mehr über die Verbesserung der mentalen Fähigkeiten abseits des Dojos.

3. Körper und Geist im Einklang

Kickboxen

Konzentration ist ein wichtiges Element während des Kickbox-Trainings.

Die verschiedenen Techniken des Kickboxens erfordern eine hohe Konzentration. Sie werden daher während des Trainings nicht nur körperlich, sondern auch geistig gefordert. Teils sind die Bewegungsabläufe an sich sehr komplex, bei anderen Trainingseinheiten liegt das Augenmerk auf dem schnellen Erkennen eines gegnerischen Angriffs.

Bei Kindern und Erwachsenen baut sich im Alltag häufig viel Stress auf, für welchen ein Ventil fehlt. Eine intensive Trainingseinheit am Sandsack wirkt hier wahre Wunder und macht so manchen Besuch beim Psychologen überflüssig. Selbstverständlich gelingt dieser Ausgleich auch bei anderen Sportarten, bei denen Sie sich einmal richtig auspowern können.

Der besondere Anspruch beim Kickboxen liegt darin, trotz einer hohen Belastung stets fokussiert zu bleiben. Ganz nebenbei verbrennen Sie extrem viele Kalorien während der intensiven Trainingseinheiten. Fitness-Kickboxen eignet sich daher auch hervorragend zum Abnehmen.

Um bei teils sehr komplexen Schlag- und Trittkombinationen keine Verletzungen zu erleiden, ist ein intensives Aufwärmprogramm Pflicht. Hier stehen Liegestütze, Crunches sowie ein ordentliches Stretching an.

4. Kickboxen als Wettkampf- oder Freizeitsport

Kickboxer mit einem Boxsack

Gezieltes Wettkampftraining ist deutlich härter als Fitness-Kickboxen.

Anfänger machen sich meist wenige Gedanken darüber, ob sie einmal an Wettkämpfen teilnehmen möchten oder nicht. Wer den Sport jedoch regelmäßig ausübt und durch höhere Gürtel langsam und stetig besser wird, kann sich auch wettkampfmäßig mit anderen messen.

Je nach Kampfsportschule gibt es verschiedene Schwerpunkte, auf die die einzelnen Trainer Wert legen. Wenn Sie das Kickboxen wettkampfmäßig betreiben möchten, können Sie in Deutschland zwischen Leichtkontakt, Semikontakt und Vollkontakt wählen.

Muay Thai

Muay Thai könnte grundsätzlich auch als Kickboxen bezeichnet werden. Im Gegensatz zum Kickboxen ist Muay Thai aber eine reine Vollkontaktsportart und auch grundsätzlich härter. So haben viele MMA-Kämpfer ihre Wurzeln im Thaiboxen.

Mädchen und Jungen treten stets nur im Leichtkontakt gegeneinander an. Frauen und Männer können sich hingegen selbst entscheiden, ob Sie im Leicht-, Semi- oder Vollkontakt gegeneinander antreten möchten.

Bei Kämpfen im Leicht- und Semikontakt stehen die saubere Technik einzelner Kicks, eine effektive Verteidigung sowie das Anbringen verschiedener Kombinationen im Vordergrund.

Gekämpft wird in Runden mit einer Dauer von je zwei Minuten. Jede einzelne Technik wird mit Punkten bewertet. Möchten Sie mehr über die Regeln wissen, finden Sie diese auf der Website des Bundesfachverbands fürs Kickboxen e.V. Im Gegensatz dazu ist der Vollkontakt deutlich härter und endet teils auch mit dem K.O.

Der aktuelle Weltmeister im Superschwergewicht (Vollkontakt) ist der Deutsche Michael Smolik. Mit einer Kampfstatistik von 29 Siegen in 29 Kämpfen zählt er zu den erfolgreichsten Kickboxern weltweit. 22 seiner Kämpfe endeten durch einen Knock-Out.

Info: Das Verletzungsrisiko ist beim Leichtkontakt aufgrund der umfassenden Schutzausrüstung äußerst gering.

5. Die Trainingskosten im Überblick

Viel braucht es nicht, wenn Sie in der Nähe einen Verein fürs Kickboxen suchen. Ein Probetraining können Sie in der Regel auch in regulärer Sportkleidung absolvieren. Ein paar Handschuhe sowie die passende Schutzausrüstung stehen in den meisten Trainingshallen zur Verfügung.

Die Kosten für das Training selbst unterscheiden sich von Verein zu Verein. Standardmäßig werden jedoch zwischen 30 und 40 Euro pro Monat fällig.

In der Regel können Sie mindestens zwei- oder dreimal in der Woche zum Training kommen. In größeren Kampfsportschulen in Städten, wie Berlin, Hamburg oder Essen, werden verschiedene Kurse angeboten, während kleinere Vereine gemeinsam trainieren. Bereits als Anfänger kommen Sie dort daher schnell auch mit geübten Kämpfern in Kontakt.

Nach den ersten Probestunden sollten Sie sich etwas Zubehör zu legen. Der zuständige Trainer empfiehlt meist bestimmtes Equipment. Generell benötigen Sie folgende Ausstattung:

kopfschutz handschuhe und pratzen

Um loszulegen brauchen Sie die passende Ausrüstung.

  • eine Kickboxhose
  • ein paar Boxhandschuhe inklusive Bandagen
  • einen Kopfschutz
  • Schienbein- bzw. Fußschützer
  • einen Mundschutz
  • als Mann einen Tiefschutz
  • als Frau einen Brustschutz

Für die gesamte Ausrüstung müssen Sie mit Kosten zwischen 150 und 250 Euro rechnen. Schlagpolster, sog. Pratzen, stehen in den meisten Vereinen zur Verfügung.

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