Snowboarden – Vom Exotensport zum Megatrend

Snowboarden

Wie viele andere Megatrends wurde auch das Snowboarden in seiner Anfangszeit kritisch beäugt. Vor allem Ski-Puristen, die auf ihren zwei Latten elegant die Hänge hinunterwedelten, wussten zunächst wenig anzufangen mit den einzelnen breiten Brettern, auf denen man nicht in Fahrtrichtung, sondern im 90-Grad-Winkel steht. Mittlerweile wundert sich in den Wintersportparadiesen niemand mehr über die große Gemeinde der Snowboardfahrer. Die Sportart hat ihr alternatives Image längst abgelegt, ohne an Coolness eingebüßt zu haben. Der Weg dorthin war allerdings lang.

Obwohl die Vermutung naheliegt, dass sich das Snowboarden aus dem Surfen auf dem Wasser heraus entwickelt hat, stimmt dies nur teilweise. Der Prototyp des Snowboards geht nämlich auf den Österreicher Toni Lenhardt zurück, der im Jahr 1900 auf dem „Monogleiter“ seitlich stehend die Berge seiner Heimat hinunterfuhr. Lenhardts Erfindung war allerdings ihrer Zeit voraus, denn es dauerte weitere 60 Jahre, bis die Bewegung so richtig Fahrt aufnahm.

Die Snowboard-Lawine setzt sich in Gang

Rückblickend lässt sich der Initiator der Snowboard-Welle nicht genau benennen. Unstrittig ist allerdings, dass in den USA der 1960er Jahre gleich mehrere Surfer nahezu zeitgleich an Brettern bastelten, mit denen man auf Schnee den Ritt über das Wasser simulieren konnte.

Einhelligkeit besteht allein über den Namen: Unter der Bezeichnung „Snurfer“, der Kurzform von „Snow Surfer“, wurden in den USA die ersten Snowboards der Moderne vertrieben. Tatsächlich handelte es sich beim Snurfer um kaum mehr als um ein Brett, auf dem seitlich Laschen für die Füße montiert waren, die dem Fahrer einen sicheren Stand geben und die Lenkeigenschaften des Boards verbessern sollten.

Snowboard-Pionier Jack Burton

Diese Modelle der Marke Eigenbau wurden bald immer weiter entwickelt. Die größte Pionierarbeit leistete dabei ein gewisser Jack Burton, dessen Firma „Burton“ heute noch zu den führenden Herstellern auf dem Markt für Snowboards, Snowboardbekleidung und -equipment gehört.

Burton war der erste, der seine Bretter mit einer Anti-Rutschfläche versah und verstellbare Gummiriemen für die Füße auf das Holz montierte. Das Unternehmen startete als erstes weltweit im Jahr 1977 die serienmäßige Produktion. Rund 100 Dollar kostete ein Burton-Brett, was zur damaligen Zeit eine stolze Summe war. Massenkompatibel wurden Snowboards erst, als die Hersteller die Produktionskosten durch das Verleimen mehrerer Holzschichten drastisch senken und so ihre Bretter bereits für 40 Dollar anbieten konnten.

Den Widerstand der Skifahrer überwinden

Dass sich ab den 1980er Jahren viele Menschen ein Snowboard kaufen konnten, hatte allerdings nicht zur Folge, dass die Pisten nun mit Snowboardern überflutet waren. In den größten Skigebieten der Welt waren die „Lords of the Boards“ nämlich lange Zeit nicht gut gelitten. So galt im Jahr 1985 in den meisten Skiressorts der USA noch ein striktes Snowboardverbot.

Erst in den späten 1980ern gaben die meisten Skiregionen aus wirtschaftlichen Gründen nach. Schließlich wollte niemand eine mittlerweile große und zudem stetig wachsende Klientel verprellen.

Unaufhaltsam ab den 1990ern

Mittlerweile sind Snowboardfahrer mehr als geduldet. 1994 wurde die Disziplin vom Internationalen Ski Verband offiziell anerkannt, 1998 wurden erstmals Olympiamedaillen im Snowboarden vergeben. Die Popularität nimmt auch hierzulande weiterhin zu: Erhebungen zufolge steigen 1,5 Millionen Deutsche mindestens einmal pro Winter auf ein Snowboard. Insgesamt 13 Millionen Deutsche sollen mindestens einmal in ihrem Leben auf einem Brett gestanden haben.

Unterdessen entwickelten sich auch die Snowboards immer weiter. Die Macher schauten sich einiges bei den Ski-Entwicklern ab. Heute sind Snowboards hochtechnisierte Sportgeräte, in denen unzählige verschiedene Materialien (Holz, Kunststoff, Aluminium, Karbon, Kevlar oder Fiberglas) verbaut sind. Mittlerweile führen nahezu alle großen Sportfachgeschäfte, ebenso auch SportScheck, Snowboards und Snowboardkleidung in Ihrem Sortiment.

Über den genauen Aufbau der Bretter erfahren Sie im Verlauf der siebenteiligen Serie mehr. Weitere Themen sind unter anderem:

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