Stoffwechselstörungen beheben – Zurück zum natürlichen Ablauf

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Von einer Stoffwechselstörung spricht man immer dann, wenn der natürliche Ablauf des Stoffwechsels auf eine krankhafte Weise beeinträchtigt ist. Manche Formen der Stoffwechselstörungen lassen sich auf die Gene zurückführen, andere sind Folge der Lebensweise oder -umstände.

Die Ursache der jeweiligen Stoffwechselstörung spielt oft eine wichtige Rolle dafür, wie gut sich das Problem behandeln lässt. Hier ein Überblick über die häufigsten Stoffwechselstörungen und wie man mit ihnen umgeht.

Wie äußert sich eine Stoffwechselstörung?

Eine Stoffwechselstörung kann viele Gesichter haben. Hier sind einige typische Merkmale und Erscheinungsformen von Stoffwechselstörungen:

  • Der Transport von Stoffen im Körper wird behindert. Die Gründe können vielfältig sein.
  • Die Zahl der Stoffwechselzwischenprodukte steigt deutlich über den Normalwert oder fällt messbar darunter.
  • Stoffwechselprodukte werden im Organismus gespeichert, obwohl sie eigentlich abgebaut werden sollten.
  • Die Produktion von ungewöhnlichen beziehungsweise ungesunden Stoffen nimmt bedenklich zu.
  • Ein gestörter Kohlenhydratstoffwechsel führt oft zur Entstehung von nicht-erblichem Diabetes Mellitus.
  • Eine Störung des Mineralstoffwechsels lässt sich oft auf Phosphatmangel im Blut zurückführen.

Was sind mögliche Auslöser einer Stoffwechselstörung?

  • Erbanlagen
  • Übergewicht
  • Ungesunde Ernährung
  • Toxische Substanzen
  • Alkohol
  • Nikotin

Wie stellt man eine Stoffwechselstörung fest?

Eine Analyse des Blutbildes gibt in vielen Fällen eine verlässliche Auskunft über den Gesundheitszustand. Typische Merkmale sind ein erhöhter Blutfettwert sowie sichtbare Störungen im Aminosäuren- und Eiweißstoffwechsel. Weiter besteht die Möglichkeit, Stoffwechselerkrankungen über die Analyse des Stuhls nachzuweisen.

Welche Stoffwechselstörungen sind am häufigsten?

  • Magen-Darm-Probleme

    Typisch für vergleichsweise harmlose Stoffwechselstörungen sind Magen-Darm-Probleme, die von der Verstopfung bis zum Durchfall reichen. Wichtig ist, viel zu trinken, um seinen Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Weiterhin werden viele Stoffwechselstörungen oft von Müdigkeit und Schlappheit begleitet.

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

    Beim Diabetes Mellitus liegen genau genommen verschiedene Zuckerkrankheiten vor. Verantwortlich hierfür ist eine zu geringe Produktion des Hormons Insulin, welches für die Einlagerung von Zucker in den Zellen zuständig ist. Wer unter Diabetes mellitus leidet, muss sich regelmäßig eine bestimmte Menge Insulin spritzen, um seinen Insulinspiegel im Gleichgewicht zu halten. Die Ursachen für Diabetes mellitus sind vielfältig. Liegt eine genetische Veranlagung vor, tritt die Krankheit in der Regel bereits in der Jugend zutage. Weitere mögliche Auslöser sind Unweltfaktoren, eine ungesunde, zuckerhaltige Ernährungsweise, aber auch Lebensmittelunverträglichkeiten, welche die Darmflora nachhaltig beeinträchtigen.

  • Ketose

    Unter Ketose versteht man eine zu starke Produktion sogenannter Ketonkörper im Organismus. Ursache einer Ketose ist entweder ein lange andauernder Hungerzustand (wie etwa beim Fasten) oder eine langfristig extrem niedrige Zufuhr von Kohlenhydraten von weniger als 50 Gramm pro Tag beim Erwachsenen. Beides sind auch mögliche (Neben-)Wirkungen einer Low Carb Diät. Symptome sind eine verminderte Leistungsfähigkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, allgemeine Schwäche, Übelkeit bis hin zum Erbrechen sowie ein fruchtiger Körper- und Mundgeruch. Die Symptome klingen nach wenigen Tagen vollständig ab, wenn wieder vermehrt Glukose (Zucker) zugeführt wird.

  • Krankheiten der Morbus-Gruppe

    Morbus Addison, Morbus Cushing, Morbus Gaucher, Morbus Hunter oder Morbus Fabry sind verschiedene Vertreter der sogenannten Morbus-Gruppe. Der Begriff “Morbus” kommt aus dem Lateinischen und bedeutet schlicht “Krankheit”. Die Stoffwechselstörungen bei den genannten Krankheiten haben unterschiedliche Erscheinungsbilder, sie alle hängen aber mit einer Fehlfunktion der Nebennieren zusammen und äußern sich vor allem durch eine für den Patienten oftmals unerklärliche Gewichtszunahme, die nicht selten mit dem nicht minder mysteriösen Verlust von Muskelmasse einhergeht. Morbus Hunter dagegen zeigt sich in Form von Gesichtsveränderungen, Schwerhörigkeit oder verzögertem Wachstum.

  • Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion

    Bei der Schilddrüsenüberfunktion (medizinisch: Hyperthyreose) werden die Schilddrüsenhormone im Übermaß produziert. Typische Symptome sind eine Halsverdickung, Gewichtsabnahme, Nervosität, Zittern und übermäßiges Schwitzen. Der Zustand ist zwar nicht heilbar, die Symptome können aber medizinisch behandelt und so im Griff gehalten werden.

    Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) liegt ein Mangel an den Schilddrüsenhormonen T3 und T4 vor. Mögliche Folgen sind eher unbestimmte Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, depressive Verstimmungen und trockene Haut. Deswegen ist diese Stoffwechselstörung nicht gerade einfach zu erkennen. Bei einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion wird dem Patienten lebenslang ein bestimmtes Hormon verabreicht. Stecken andere Gründe dahinter, wie etwa Morbus Hashimoto, erfolgt eine dauerhafte Behandlung mit mehreren Medikamenten.

  • Mukoviszidose

    Bei der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose verschlechtert sich die Zusammensetzung der Sekrete in Bauchspeicheldrüse, der Leber, den Geschlechtsorganen und dem Dünndarm. Bei dieser bislang nicht heilbaren Stoffwechselkrankheit, die vererbt wird, kann es unter anderem zu Abszessen oder Entzündungen kommen. Im Bereich des Verdauungstrakts und auch der Bauchspeicheldrüse stellt sich eine Intoleranz gegenüber Glukose ein. Die Symptome können lediglich gelindert, aber nicht wirkungsvoll behandelt werden.

Wo erhält man bei Stoffwechselstörungen Hilfe?

Ganz klar: Nur und ausschließlich Mediziner können beim Finden und Lösen des Problems helfen. Eine Selbsttherapie anhand von Symptomen ist gefährlich und kann den Krankheitsverlauf sogar verschlimmern. Eine Stoffwechselanalyse mit ausgiebiger Blutuntersuchung ist zwar mit einigen hundert Euro kostspielig, hilft aber in vielen Fällen verlässlich weiter. Ihr Arzt wird Sie dort beraten.

Immerhin: Auch wenn sich die Ursache für die Stoffwechselstörung als weitgehen harmlos herausstellt und Sie lediglich abnehmen wollen, liefert eine Stoffwechselanalyse mit Blutuntersuchung die richtigen Ansatzpunkte für das Programm zum Abnehmen und zum Ankurbeln des Stoffwechsels. Außerdem sollten Sie sich auch bei einer Stoffwechseldiät durchgängig medizinisch betreuen lassen, um einer Unterversorgung an bestimmten Nährstoffen entgegen zu wirken und Ihre Abnehmerfolge zu maximieren. Schließlich kann auch Abnehmen “falsch” angegangen werden. Dies führt dann wiederum zu erneuten Stoffwechselstörungen und bringt damit letztlich für das Wohlbefinden und die Gesundheit keinen Vorteil.

Kann man Stoffwechselstörungen vorbeugen?

Bei vererbten Stoffwechselstörungen ist dies nicht möglich. Allerdings besteht hier zumindest in immer mehr Fällen die Möglichkeit, die Symptome medizinisch deutlich zu lindern. Liegt keine vererbte Stoffwechselstörung vor, kann man dieser durch eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse sowie vielen Ballaststoffen vorbeugen. Hinzu kommt eine gute Körperhygiene, die neben Duschen auch regelmäßiges und gründliches Händewaschen einschließt. Bei autoimmunen Stoffwechselstörungen und generellen Unverträglichkeiten sollte man jegliche Lebensmittel vermeiden, welche die Symptome der Störung verschlimmern. Auch starker, dauerhafter Stress kann sich negativ auf den Stoffwechsel auswirken. Achten Sie deswegen auf eine gute Balance aus Anspannung und körperlicher sowie geistiger Erholung.


Bildnachweis: Thinkstock / ©lzf


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