Die krassesten Weltrekorde: 100 m in 9,58 Sekunden von Usain Bolt (Jamaika)

Sprint start on race track

Keine Disziplin in der Leichtathletik ist so kurz wie der 100-m-Lauf. Und dennoch zieht keine Disziplin die Massen so in ihren Bann wie der Sprint über die Stadiongerade. Neben Explosivität, schnellen Beinen und einer guten Technik benötigt man auch eine enorme Laktattoleranz und extrem viel Talent. Den perfekten Mix bringt Usain Bolt mit, der 2009 in Berlin einen Weltrekord für zumindest eine halbe Ewigkeit aufgestellt haben dürfte.
 
Die Bilder haben sich jedem Sportfan eingebrannt: Wie ein Blitz schießt Usain Bolt über die blaue Tartanbahn des Berliner Olympiastadions, fünf Tage vor seinem 23. Geburtstag wagt der Showman aus Jamaika bereits vor dem Zielstrich im sicheren Gefühl seiner Überlegenheit einen Blick Richtung Uhr.

Ihm ist klar: WM-Gold nimmt ihm niemand mehr. Es geht nur noch um die Zeit. Und als die Uhr nach 100 m bei gerade einmal 9 9,58 Sekunden stehen bleibt, entsteht unter den rund 75.000 Zuschauern im Oval und den Millionen Fans an den Fernsehgeräten ein wahrer Orkan. “Ich bin jetzt eine Legende”, sagte Bolt in seiner großspurigen Art nach dem Brechen seines eigenen Weltrekords.

Doch ganz falsch liegt er nicht: Seit diesem 16. August 2009 ist Usain Bolt schlicht der Supermann der Leichtathletik. Neun olympische Goldmedaillen nennt er mittlerweile sein Eigen, bei all seinen drei Spielen war er stets über 100 m, 200 m und in der Staffel – überall hält er übrigens den Weltrekord – der Beste der Welt.

Bolt hat die perfekten Körpermaße für einen Sprinter

Das Geheimnis seines Erfolgs liegt neben Talent und harter Arbeit auch an seinen “perfekten” Hebelverhältnissen. Der 1,95 m große Jamaikaner ist kein gedrungenes Muskelpaket, wie viele seiner Kontrahenten und Vorgänger als Olympiasieger und Weltrekordler.

Bolts Beine messen von der Hüfte bis zur Ferse 1,10 m
. Damit benötigt er, wenn er einmal seine Höchstgeschwindigkeit erreicht hat, weniger Schritte für den Weg ins Ziel. Bei seinem Weltrekord von Berlin brauchte er nur 41 Schritte, um mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,6 km/h eine Zeit zu setzen, die womöglich noch lange Jahre Bestand hat.

Wie schnell kann ein Mensch überhaupt laufen?

Doch bereits in der Vergangenheit dachte man, dass das Limit erreicht sei. Bessere Trainingsmethoden, bessere Schuhe und immer schnellere Untergründe haben dazu beigetraten, dass sich der Weltrekord im Laufen explosionsartig entwickelt hat.

Der Deutsche Armin Hary war 1960 der erste, der die Königsstrecke in glatten 10,0 Sekunden lief – allerdings noch auf einer Aschebahn und handgestoppt. Der große Carl Lewis drückte die Marke 1991 auf 9,86 Sekunden. Danach wurden die Rekorde fast nur in Bereich einzelner Hundertstel gebrochen. Bis eben Bolt kam, der bereits 2008 im Finale der Olympischen Spiele von Peking seinen eigenen Weltrekord um 0,03 Sekunden auf 9,69 Sekunden senkte. In Berlin ließ er dann die “Dimension” von 0,11 Sekunden folgen.

Das ist unglaublich, aber noch nicht das Ende. Wissenschaftler prognostizieren heute, dass bei perfekten Bedingungen, einem Rückenwind im Grenzbereich der Legalität und vielen weiteren Faktoren eines Tages ein Mensch die 100 m in weniger als 9 Sekunden laufen wird.

Video: Der Lauf von Usain Bolt bei Youtube ansehen


Bildnachweis: ©jacoblund / iStock / thinkstockphotos.de


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