Faszination Kampfsport: Was die beliebtesten Kampfsportarten auszeichnet

Kampfsport-Ratgeber
  • Es existieren sehr viele verschiedene Kampfsportarten, die unterschiedliche Ziele verfolgen.
  • Neben der klassischen Selbstverteidigung trainieren Sie durch Kampfsport Ihre Körperbeherrschung sowie Ihre Konzentrationsfähigkeit.
  • Viele Athleten finden im Kampfsport einen Ausgleich zum stressigen Alltag.

Kampfsport gewinnt in Deutschland zwar zunehmend an Popularität. Im Vergleich mit anderen Sportarten zählen die Karate-, Judo-, oder Boxvereine jedoch eher wenige Mitglieder.

Wofür eignet sich die Ausübung einer Kampfsportart eigentlich? Welcher Kampfsport passt am besten zu mir und inwieweit unterscheiden sich die einzelnen Kampfsportschulen voneinander?

In unserem Ratgeber geben wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Kampfsportarten und erklären, inwieweit sich die verschiedenen Methoden voneinander unterscheiden.

1. Kampfsport ist nicht gleich Kampfsport

kampfsportler schlägt faust gegen eigene hand

Die Bandbreite der Kampfsportarten ist enorm.

Ein Vergleich der Kampfsportarten zeigt, dass diese teilweise sehr nah beieinander liegen und in anderen Fällen fast nichts miteinander gemein haben. Pauschale Urteile über Kampfsport im Allgemeinen sind daher unangebracht. Vielmehr sollte die jeweilige Kampfkunst für sich betrachtet werden.

Genauso unterscheiden sich auch die Interessen der verschiedenen Kampfsportler. Bei Frauen steht häufig der Aspekt der Selbstverteidigung im Fokus, während viele Männer im Kampfsport einen Ausgleich sehen oder sich allgemein fit halten möchten.

Vor dem Besuch einer Kampfsportschule sollte daher eine kurze Abwägung der eigenen Interessen stehen:

  • Sind Schläge und Tritte in Ordnung für mich?
  • Stellt intensiver Körperkontakt ein Problem dar?
  • Geht es eher um eine koordinative Herausforderung oder eine möglichst effektive Selbstverteidigungsmethode?
  • Soll nur mein eigener Körper eine Rolle spielen oder sind Hilfsmittel, wie ein Stock oder ein Schwert, das Werkzeug meiner Wahl?

Generell gilt, dass alle Kampfsportarten ein Mindestmaß von körperlichem Kontakt beinhalten. Dabei ist zu beachten, dass die erlernten Techniken lediglich auf der Trainingsmatte oder aber zur Selbstverteidigung eingesetzt werden dürfen.

2. Kampfsport als Training für alle Sinne

kampfsport im Freien

Das Training fordert Körper und Geist.

Die Liste der Kampfsportarten ist lang. Die Gemeinsamkeit vieler traditionell aus dem asiatischen Raum stammender Kampfsportarten liegt jedoch in der Verbindung von Körper und Geist. Um die verschiedenen Kampfkünste perfekt zu beherrschen, sind neben einer enormen Fitness ein gefestigter Charakter und ein geschulter Geist nötig.

Sowohl beim Kickboxen als auch beim Aikido oder aber beim klassischen Ringen werden sämtliche Muskeln im Körper benötigt. Kampfsport ist daher auch als Fitnesstraining für den ganzen Körper empfehlenswert.

Vielleicht sieht das Tänzeln im Ring beim Boxen vor dem Fernseher recht leicht aus, in der Realität gestaltet es sich jedoch extrem schwer, die perfekte Deckung auch nur für 3 Minuten oben zu halten. Die Arme werden lahm, die Beine langsam müde und dennoch gilt es, die ganze Zeit über wachsam zu bleiben, um auf den nächsten Angriff des Gegners vorbereitet zu sein.

Tipp: Disziplin und Körperbeherrschung führen langfristig zum Erfolg, sodass ganz nebenbei nicht nur der Fitnessgrad wächst, sondern auch das eigene Selbstbewusstsein steigt.

3. Die verschiedenen Kampfsportarten im Überblick

Um Ihnen die Auswahl etwas zu erleichtern, finden Sie im Folgenden eine Einteilung in verschiedene Gruppen von Kampfsportarten:

zwei kendo kampfsportler kämpfen mit stöcken

Nur wenige Kampfsportarten setzen auf den Einsatz von Waffen.

  • Tritte und Schläge im Fokus: Taekwondo, Boxen, Karate, Wing Tsun (Langstock sowie Doppelmesser spielen zunächst keine Rolle)
  • Die Kraft des Gegners nutzen: Aikido, Hapkido, Judo, Ringen
  • Die Verbindung verschiedener Elemente (effektive Selbstverteidigung): Ju-Jutsu, Jiu-Jitsu, Krav Maga, Kung Fu
  • Der Umgang mit Waffen: Kendo, Escrima (Filipino Martial Arts), Fechten

Diese Liste ist keineswegs abschließend. Viele Kampfsportarten verfügen über sehr verschiedene Techniken, die je nach Trainer unterschiedlich stark gewichtet werden.

Legen Sie Wert auf etwas sanftere Varianten, bei denen weniger der Kampf im Vordergrund steht, sondern eher Technik und Ästhetik gefragt sind, so sind Tai Chi und Capoeira bestens geeignet.
Tai Chi wird häufig mit Meditationsübungen in Verbindung gebracht. Die Gesundheit steht im Vordergrund. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei Capoeira um einen Kampf-Tanz, bei dem Rhythmik und Takt mitbestimmend sind.

4. Die Effektivität der verschiedenen Kampfstile

Umstrittene Kampfsportarten:

Einige Kampfsportarten, wie der Wettkampfsport MMA (Mixed Martial Arts) sind extrem brutal. Sie sind daher äußerst umstritten. Kritiker sprechen MMA gar die Eignung als Sport ab, während Befürworter die technische Vielfalt hervorheben.

Die vielfach aus dem japanischen und chinesischen Raum stammenden Kampfsportarten sind allesamt sehr effektiv, wenn sie beherrscht werden. Wer effektiv boxen kann, kann es aber durchaus mit einem Aikido- oder Karatekämpfer aufnehmen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Kampfsportarten gleich wirksam sind.

Generell gibt es jedoch einige Kampftechniken, die auf die möglichst schnelle Kampfbeendigung abziehen. Wenn Sie also schnell Fortschritte im Bereich der effektiven Selbstverteidigung machen möchten, sollten Sie nicht zu Judo, Taekwondo oder Boxen greifen.

Im Folgenden finden Sie eine kurze Übersicht über sehr effektive Kampfsportarten, die primär der Selbstverteidigung dienen:

frau nutzt selbstverteidigung gegen einen angreifer

Eine gute Technik hilft im Ernstfall.

  • Ju-Jutsu: Der Kampfsport setzt sich aus Techniken des Aikido, Judo sowie Karate zusammen. Damit stehen Kämpfer sowohl Schlag- und Trittkombinationen sowie Würfe und Hebeltechniken zur Verfügung.
    Auch der Bereich des Bodenkampfes, der insbesondere im brasilianischen Jiu-Jitsu noch deutlich ausgeprägter ist, findet Berücksichtigung.
  • Krav Maga: Das frühere Kampfsystem des israelischen Militärs gilt als eine der effektivsten Verteidigungsmethoden der Welt. Neben der Kombination vieler verschiedener Kampftechniken, steht auch die Entwaffnung im Fokus der Verteidigungssportart.
  • Keysi: Diese Art der Selbstverteidigung lehrt den Kampf mit und ohne Waffen, geht dabei jedoch im Gegensatz zum Ju-Jutsu deutlich radikaler und kompromissloser vor.
    Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Kampfsport damit effektiver wird.

Tipp: Insbesondere Frauen haben meist einen großen Kraftnachteil gegenüber potentiellen Angreifern. Da sollten primär Techniken im Vordergrund stehen, die sich die Kraft des Gegners zu Nutze machen.

5. Kampfsport – auch etwas für Kinder?

kinder lernen judo

Beim Kindertraining stehen Spaß und Technik im Vordergrund.

Das richtige Alter für den Beginn mit dem Kampfsport existiert nicht. Zahlreiche Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurse richten sich hauptsächlich an Erwachsene.
Wer jedoch nicht nur einen Kurs absolvieren möchte, sondern den Kampfsport allumfassend lernen möchte, ist in jedem Alter willkommen.

Besonders bei den verbreiteten Kampfsportarten, wie Judo, Karate und Taekwondo, gibt es viele Kurse für Kinder. Dies ist jedoch örtlich sehr verschieden, sodass Sie bei Ihrer Suche vielleicht auch bei einer Alternative landen, die sich im Nachhinein als Glückstreffer erweist.

Achten Sie stets darauf, dass Sie zunächst ein Probetraining absolvieren und schauen, ob die Chemie stimmt. Ist dies der Fall, steht dem Einstieg in die Welt des Kampfsports nichts mehr im Wege.

Außer der passenden Kampfsportbekleidung, die Sie in vielen Shops finden, benötigen Sie keine weitere Ausrüstung, sodass das Training relativ günstig ist.

Faszination Kampfsport: Was die beliebtesten Kampfsportarten auszeichnet
5 (100%) 1 vote[s]

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.