Skifahren lernen: Grundlagen, Tipps und Übungen für Anfänger

Skifahren-lernen-Ratgeber
  • Wärmen Sie sich vor der ersten Abfahrt ausreichend auf, um Ihre Muskeln und Gelenke vorzubereiten.
  • Wenn Sie Skifahren lernen möchten, suchen Sie sich eine ruhige Stelle mit leichtem Gefälle aus.
  • Grüne und blaue Skipisten eignen sich für Anfänger.

Wenn Sie Skifahren lernen möchten, können Sie dies in jedem Alter tun. Mit der passenden Ausrüstung und ein paar Tipps fahren Sie im Nu die verschiedenen Pisten hinab.

Aber welche Ausrüstung ist überhaupt nötig? Wie finde ich den passenden Ski? Und welche Pistenarten gibt es?

Darüber hinaus erfahren Sie in unserem Ratgeber, wie Sie heil den Berg hinunterkommen und mit welchen Übungen Sie an Ihrer Technik arbeiten können.

1. Die richtige Ausrüstung für den Winterurlaub

Bevor es mit dem eigentlichen Skifahren losgeht, muss die passende Ausrüstung her. Häufig machen gerade Anfänger einige Fehler bei der Auswahl der passenden Skier, sodass sie es sich selbst unnötig schwer machen. In den folgenden Zeilen finden Sie die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände für den Skiurlaub in Deutschland, Österreich oder der Schweiz:

frau wird beim kauf der richtigen skier beraten

Achten Sie beim Kauf Ihrer Skier auf die passende Größe.

  • Skier: Anfänger kommen mit etwas kürzeren Skiern besser zurecht, da diese etwas wendiger sind. Insbesondere Kurvenfahrten gestalten sich daher deutlich leichter. Idealerweise ist der Ski etwas kleiner als der Skifahrer. Sind Sie beispielsweise 180 cm groß, empfiehlt sich eine Skilänge zwischen 165 und 175 cm.
    Für einen einfachen aber soliden Ski können Sie mit Kosten von etwa 200 bis 250 Euro rechnen.
  • Skistöcke: Die Länge der Stöcke richtet sich nach Ihrer Körpergröße sowie Ihrer Armlänge. Wenn Sie gerade stehen und einen Skistock auf dem Boden abstellen, sollte Ihr Unterarm leicht nach oben angewinkelt sein.
    Falls Sie die Skistöcke online bestellen, können Sie die Formel 0,7 x Körpergröße anwenden. Bei einer Körpergröße von 180 cm, beträgt die ideale Stocklänge somit 126 cm.
  • Skischuhe und Skisocken: Probieren Sie die Skischule am besten in Skisocken an. Ihre Zehen sollten ein wenig Bewegungsfreiheit haben.
  • Schneeanzug, bzw. Skijacke sowie Skihose: Setzen Sie auf atmungsaktive Materialien und den klassischen Zwiebel-Look beim Anziehen.
  • Handschuhe, Mütze und Schal: Achten Sie auf ausreichenden Wärmeschutz im Hals- sowie Kopfbereich. Ansonsten riskieren Sie Verspannungen oder eine Erkältung.
  • Skibrille und Sonnenschutz: Besonders an schönen Tagen, an denen die Sonne vom Himmel lacht, steigt das Risiko für einen Sonnenbrand.
    Achten Sie auf spezielle Schutzbrillen, die im Falle eines Sturzes nicht splittern können.
  • Helm: Der Helm rundet das benötigte Zubehör ab.

Tipp: In einem Skiverleih können Sie Skier sowie sonstiges Zubehör für einen Tag oder die ganze Woche ausleihen.
Wenn Sie nicht allzu häufig in den Skiurlaub fahren oder Kinder haben, die in jedem Jahr größere Skier benötigen, können Sie so eine Menge Geld sparen.

2. Skifahren lernen: Die Grundlagen

kind beim skifahren lernen im schneepflug

Der Schneepflug steht am Anfang Ihres Techniktrainings.

Wenn Sie Skifahren lernen möchten, benötigen Sie zunächst eine geeignete Stelle. Ein Hang mit einer leichten Neigung eignet sich bestens für die ersten Skierfahrungen als Anfänger. Stellen Sie sich am besten zunächst einmal mit den Skiern auf und bewegen sich bei schulterbreitem Stand auf einer geraden Fläche hin und zurück.

Als nächstes stoßen Sie sich mit den Skistöcken ab, um den Hang sanft hinabzugleiten. Achten Sie dabei am besten darauf, dass keine Hindernisse im Weg und Ihre Skier parallel zueinander ausgerichtet sind.

Ein paar Tipps, um richtig Skifahren zu lernen, finden Sie in diesem Youtube-Video:

Tipp: Wenn Sie oder Ihre Kinder zum ersten Mal auf Skiern stehen, lohnt sich der Besuch einer Skischule, um die richtige Technik von Beginn an zu verinnerlichen. Der Vorteil bei einem Skikurs liegt auch darin, dass Sie die Techniken auf einem abgesicherten Gelände ausprobieren können.

2.1. Skifahren lernen – ohne Bremsen kommen Sie nicht weit

Die erste Herausforderung ist das Bremsen. Für den Anfang eignet sich die Technik des sog. Schneepflugs. Bei dieser Art drücken Sie die Innenkanten Ihrer Skier in den Schnee. Ihre Skier berühren sich vorne fast, sodass von vorne betrachtet ein V zu sehen ist. Automatisch drücken Sie Ihre Knie nach innen. Diese sollen sich allerdings nicht berühren, da sonst die Spannung verloren geht.

Damit die Technik noch etwas besser funktioniert, neigen Sie Ihren gesamten Oberkörper leicht nach vorne. So können Sie automatisch etwas mehr Druck auf die Innenseiten Ihrer Skier aufbringen und die Bremswirkung verstärken.

Achtung: Versuchen Sie, die Skistöcke von Beginn an mitzunehmen. Halten Sie diese zunächst nach hinten, da Sie sie zunächst nicht wirklich benötigen. Gewöhnen Sie sich allerdings an das Fahren ohne Stöcke, kann dies bei der ersten Fahrt auf einer steileren Piste schnell zum Problem werden.

2.2. Kurven meistern – die erste größere Herausforderung

kinder trainieren kurven beim schifahren mit eltern

Nehmen Sie sich beim Skifahren lernen ausreichend Zeit .

Besonders Erwachsene tun sich bei den ersten Kurvenfahrten häufig etwas schwer. Dies liegt daran, dass die Belastung der Beine entgegensetzt zur Kurvenrichtung verläuft. Wenn Sie also eine Rechtskurve fahren, müssen Sie mehr Druck auf den linken Ski ausüben.

Die oben gelernte Technik des Schneepflugs können Sie auch bei den ersten Kurven sehr gut anwenden. Die Skier stehen also in einer leichten V-Position. Versuchen Sie einmal, die Abfahrt etwas schräg hinunter zu fahren und sich, sobald Sie eine Kurve fahren möchten, leicht mit dem Oberkörper über den Ski zu lehnen.

Fahren Sie eine Rechtskurve, erhöhen Sie den Druck auf den linken Ski leicht und neigen Sie sich nach vorne rechts. In der nächsten Kurve versuchen Sie das ganze andersherum.

Tipp: Sie benötigen relativ wenig Körpereinsatz, um eine Kurve zu fahren. Achten Sie zudem darauf, Ihr Körpergewicht nicht zu sehr zur Seite zu neigen, sondern eher nach vorne. Ihre Füße und Knie folgen der Bewegung Ihres Oberkörpers automatisch.

2.3. Fallen üben – keine Angst vor Stürzen

Skiunfälle sind keine Seltenheit:

Nach aktuellen Zahlen mussten in der letzten Skisaison etwa 42.000 deutsche Skifahrer nach einem Skiunfall ärztlich behandelt werden.

Leider kommt es immer wieder zu Stürzen auf der Skipiste. Einige Fahrer leiden an akuter Selbstüberschätzung, andere haben Angst oder es kommt zu viel Gedränge auf einer Abfahrt. Teils ist auch Alkohol im Spiel. Verschieben Sie den Konsum von Alkoholika auf die Abendstunden nach dem Skifahren. Beim Apres-Ski in der Skihütte spricht selbstverständlich nichts gegen das eine oder andere Gläschen Glühwein.

Um größere Verletzungen zu vermeiden und die Angst vorm Fallen zu verlieren, sollten Sie dies im Flachen ein paarmal üben, bevor Sie sich an steilere Abhänge wagen.

Sie können dies bestens bei langsamen Kurvenfahrten üben, indem Sie sich sanft nach innen fallen lassen. Im Ernstfall stellt dies stets die bessere Option dar, anstatt eine Kollision mit einem anderen Skifahrer zu riskieren. Ansonsten gilt, dass Sie Ihre Arme und Beine möglichst weit vom Körper weg strecken. So verhindern Sie, dass Ihre Skistöcke oder Skier zur Gefahr werden.

3. Die unterschiedlichen Pisten im Überblick

Je nach Skigebiet gibt es sehr viele verschiedene Skipisten, die Sie entdecken können. Dabei reicht die Bandbreite von Anfängerpisten bis hin zu Abfahrten, die nur für absolute Profis geeignet sind.

Hier finden Sie eine kurze Übersicht über die verschiedenen Farben und die jeweilige Bedeutung:

abzweigung mit schildern zu verschiedenen skipisten

Achten Sie  zur Wahl der richtigen Piste auf die Hinweisschilder vor Ort.

  • grüne Piste: In den ersten Stunden sind Anfänger oder Skifahrer, die sich erst einmal wieder an die Skier unter den Füßen gewöhnen möchten, hier bestens aufgehoben.
    Das Gefälle ist sehr sanft und liegt meist bei etwa 10 %.
  • blaue Piste: Wenn Sie bereits ein paar Stunden auf Skiern verbracht haben, geht es als nächstes auf die blaue Piste. Das Gefälle beträgt hier maximal 25 %, ist daher auch für Anfänger relativ gut geeignet. Bremsen, Kurvenfahrten sowie Fallübungen sollten Sie zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits absolviert haben.
  • rote Piste: Die rote Piste eignet sich für fortgeschrittene Skifahrer, die bereits sicher unterwegs sind. Das Gelände fällt bis zu einer maximalen Steigung von 40 % ab.
  • schwarze Piste: Skipisten mit einer schwarzen Kennzeichnung richten sich an Profis. Da ein Gefälle von mehr als 40 % gemeistert werden muss, ist ein sicherer Stand auf den Skiern extrem wichtig. Überschätzen Sie sich bitte nicht frühzeitig, da Stürze auf der schwarzen Piste häufig schwerwiegende Folgen haben.
  • Buckelpiste: Etwas außerhalb der klassischen Kategorien findet sich die Buckelpiste. Im Gegensatz zu den sonstigen relativ glatten Abfahrtswegen, müssen Sie hier mit zahlreichen kleinen Hügeln zurechtkommen, die eine sehr gute Technik voraussetzen. Einsteiger haben hier absolut nichts verloren.

4. Wichtige Fragen und Antworten – FAQs

Wie teuer ist der ein Skiurlaub?

portemonaie mit geld vor skilift

Teils müssen Sie viel Geld für den Skipass und die Unterkunft zahlen.

Wintersport ist generell ein vergleichsweise teures Vergnügen. Es kommt jedoch sehr stark auf das Skigebiet an, wie viel Geld Sie tatsächlich zahlen müssen. Zieht es Sie ins Harz, in die Alpen oder doch in die französischen Pyrenäen?

Mit etwa 1000 Euro pro Woche müssen Sie in all diesen Gebieten rechnen. Etwas günstige Unterkünfte finden Sie in osteuropäischen Skiregionen. Im Norden Europas wird es hingegen deutlich teurer, sodass Sie auf fast 2000 Euro in der Woche kommen.

Kann ich auch im Sommer in den Skiurlaub fahren?

In hoch gelegenen Regionen in den Alpen oder den Pyrenäen können Sie auch abseits der üblichen Saison Skifahren lernen. So erleben Sie die Wintersportidylle bei sehr gutem Wetter.

Lohnt sich ein Bergtrip auch ohne Skier?

Wenn Ihnen der Trubel rund um den Skilift zu viel ist, können Sie in den Bergen herrlich wandern oder biken.
Nutzen Sie hier jedoch am besten die günstigeren Preise außerhalb der Skisaison.

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