Trailrunning: Den richtigen Trailrunningschuh finden

Trailrunning stellt besondere Anforderungen an den Läufer. Das gilt auch für sein wichtigstes Werkzeug: die Schuhe. Wer auf matschigen, tiefen Trails in der Natur unterwegs ist, kann mit Barfußlaufschuhen wie den Nike Free 5.0 wenig anfangen. Selbst die als Allrounder bekannten Lightweight Trainer kapitulieren, sobald es in den Wäldern feucht wird. Diese auf Leichtigkeit, Dämpfung und Atmungsaktivität ausgelegten Schuhe sind den Anforderungen des Trailrunning einfach nicht gewachsen. Was her muss, ist ein spezieller Schuh.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, was beim Kauf eines Trailrunningschuhs zu beachten ist und nach welchen Kriterien sie diese auswählen sollten!

1. Trailrunningschuhe: Typen mit Profil

In den Sortimenten der Laufschuhhersteller und in den Auslagen der Laufsportfachgeschäfte gehört der Trailrunningsektor zu den am stärksten wachsenden Segmenten. Dabei gehören Trailrunningschuhe zu den absoluten Spezialwerkzeugen. Für das Laufen auf Asphalt kaum geeignet, spielen sie ihre Qualitäten erst aus, wenn es nass und schmutzig wird.

Trailrunningschuhe zeichnen sich durch fünf wesentliche Merkmale aus

  • Das tiefe, eckige Profil der Sohle sorgt bei widrigen Bedingungen für einen guten Halt. Optisch erinnert es stark an das Profil von Winterreifen beim Auto. Damit arbeitet die Sohle auf tiefen Böden und auch auf Schnee sehr gut. Allerdings verringert sich durch dieses Design die Auftrittfläche. Läufe bei Nässe auf ebenem Untergrund können so zu Rutschpartien werden.
  • Die Zwischensohle ist minimalistisch ausgeprägt. Aufgrund ihrer flachen Konstruktion und der geringen Fersensprengung soll das Risiko des Umknickens minimiert werden. Nachteil: Die geringe Dämpfung könnte für gewohnheitsmäßige Fersenläufer zum Problem werden, weil die Achillessehnen stärker belastet werden. Für Mittel- und Vorfußläufer stellt diese Maßnahme kein Problem dar.
  • Das Obermaterial besteht üblicherweise aus mehreren Membranschichten, die kaum Feuchtigkeit in den Schuh eindringen lassen und häufig sogar Pfützen trotzen können. Der Preis für trockene Füße liegt allerdings in der geringen Atmungsaktivität der Schuhe. Wer bei mittelwarmen oder warmen Bedingungen mit Trailrunningschuhen läuft, muss mit Schweißfüßen rechnen.
  • Die Schnürung ist oft verdeckt und ein wenig seitlich angebracht. Durch diese Kniffe beim Design soll das Spitzwasser auch von oben kaum eine Chance haben, in den Schuh einzudringen.
  • Trailrunningschuhe sind oft steifer und enger konstruiert als Laufschuhe für die Straße oder für angelegte Wege. Die Enge macht sich vor allem an der Fersenkappe und in der Zehenbox bemerkbar. Ziel ist es, ein unmittelbares Gefühl herzustellen und eine optimale Kraftübertragung zu erreichen.

2. Den passenden Trailrunningschuh finden

Die Suche nach einem passenden Trailrunningschuh erfolgt nahezu analog zu der Suche nach einem konventionellen Laufschuh. Es gelten die üblichen Regeln: Passform und Funktionalität gehen vor Optik. Die teuersten Schuhe müssen nicht zwangsläufig die besten sein. Lassen Sie sich in einem Lauffachgeschäft beraten, anstatt sich im Discounter oder im Online-Shop nach Schnäppchen umzusehen. Sollten Sie bereits ein altes Paar Laufschuhe (idealerweise Trailrunningschuhe) besitzen, bringen Sie dieses mit, damit der Verkäufer anhand des Abriebs am Profil Rückschlüsse auf Ihr Abrollverhalten ziehen kann.

Schildern Sie dem Verkäufer Ihre Ziele und Ihre Trainingsgewohnheiten. Wer mit den Schuhen in feuchten Wäldern läuft, benötigt andere Eigenschaften als jemand, der sich vorwiegend auf steinigen Gebirgstrails verausgabt. Eine kamerabasierte Analyse auf dem Laufband gibt dem Verkäufer schließlich Aufschluss, welches Modell am besten zu Ihnen passt. Noch mehr als bei konventionellen Laufschuhen gilt beim Kauf eines Paars Trailrunningschuhe aber, dass Sie sich im dem Schuh wohlfühlen. Aufgrund der engen Konstruktion sollte die Passform optimal sein. Das kann der Verkäufer allerdings nicht genau sehen, das können nur Sie durch Ihr Gefühl ermitteln.

3. Trailrunningschuhe richtig pflegen

Trailrunningschuhe werden oft dreckiger und nasser als konventionelle Laufschuhe. Der Pflege kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Entfernen Sie Schlamm mit einer Zahnbürste unter lauwarmem Wasser, bevor dieser eintrocknen kann. Damit sich keine Pilze bilden können, müssen die Schuhe rasch trocknen. Stopfen Sie das Schuhinnere mit Zeitungspapier oder Küchenpapier aus. Trocknen Sie die Schuhe aber nicht vor einer Heizung. Die Hitze kann das Material beschädigen.

Im nächsten Artikel geht es um die richtige Kleidung beim Trailrunning vor allem bei nicht so guten Wetterbedingungen.


Bildnachweise: Adobe Stock/Stefan Schurr (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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