Ödeme: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

  • Bei Ödemen handelt es sich um Wasseransammlungen im Gewebe. Diese können zu Schwellungen, Spannungsgefühlen und sogar Bewegungseinschränkungen führen.
  • Ödeme treten häufig infolge von verschiedenen Erkrankungen auf. Um die Ursache ausfindig zu machen, sollten Sie bei Beschwerden einen Arzt aufsuchen. Dieser leitet daraufhin eine Therapie ein, die Ihnen dabei hilft, die Ursache zu beheben.
  • Wer Ödeme loswerden möchte, kann zudem auch zu natürlichen Mitteln greifen. Dazu zählen entwässernde Lebensmittel und viel Bewegung.

Es gibt viele Menschen, die hin und wieder an geschwollenen Beinen, Knöcheln oder Händen leiden. Dabei handelt es sich um Wassereinlagerungen, die die verschiedensten Ursachen haben können. Diese können harmlos, jedoch auch dringend behandlungsbedürftig sein.

In unserem Ratgeber klären wir Sie darüber auf, was die häufigsten Ursachen für ein Ödem sind. Wir veranschaulichen Ihnen, wie Sie Ödeme erkennen, was dagegen hilft und wann Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten. Zuletzt bekommen Sie einige Tipps, wie Sie Ödeme am besten vermeiden.

1. Wasseransammlungen im Gewebe führen zu Schwellungen

ödem am augenlied

Allergische Ödeme können auch an den Augenlidern auftreten.

Der Begriff Ödem leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bedeutet so viel wie Schwellung. Die Aufgabe des Herzens ist, permanent Blut durch unseren Körper zu pumpen. Ein Ödem entsteht, wenn dabei Flüssigkeit aus verschiedenen Gefäßen austritt und sich daraufhin im umliegenden Gewebe sammelt.

Grundsätzlich können diese Wassereinlagerungen an jedem Körperteil vorkommen. Häufig sind die Beine, die Füße, die Finger oder das Gesicht betroffen. Aber auch bei Organen, wie der Lunge oder dem Gehirn, können Ödeme auftreten.

Die Symptome eines Ödems können sehr unterschiedlich ausfallen. Das liegt daran, dass die Anzeichen von der Art der Erkrankung abhängen. In vielen Fällen kommt es jedoch zu einer sichtbaren Schwellung, wenn sich eine gewisse Menge an Flüssigkeit gesammelt hat.

Weitere häufig auftretende Symptome sind:

  • Spannungsgefühle und Schmerzen
  • Körperbereiche wirken aufgedunsen
  • bei Druck entstehen sogenannte Druckdellen
  • Bewegungseinschränkungen

2. Ödeme entstehen aus unterschiedlichen Gründen

symbolbild durchblutung

Ein Ödem kann beispielsweise infolge einer Durchblutungsstörung auftreten.

Eine Ödembildung setzt grundsätzlich eine Veränderung des Blutflusses voraus. Diese Veränderung kann sowohl harmlose als auch krankhafte Ursachen haben. Während harmlose Wasseransammlungen zumeist von selbst verschwinden oder mit einfachen Hausmitteln bekämpft werden können, müssen dahintersteckende Erkrankungen unbedingt behandelt werden.

Harmlose Ursachen für Ödeme können folgende sein:

  • kurzzeitige Wasseransammlungen durch langes Stehen oder Sitzen
  • dicke Beine in der Schwangerschaft
  • Bildung von Wasser als Nebenwirkung verschiedener Medikamente

Zu den krankhaften Ursachen für Ödeme zählen hingegen diese:

  • Durchblutungsstörungen
  • Erkrankung der Venen / Thrombose
  • Herzschwäche / Herzklappenfehler
  • Lungen-, Nieren- oder Lebererkrankungen
  • Verletzungen und Entzündungen
  • Allergien
  • Hormonstörungen
  • Tumore

3. Einteilung der unterschiedlichen Formen

Die verschiedenen Ödeme können in unterschiedliche Arten eingeteilt werden. Ausgangspunkte für die Einteilung können die Entstehung, die Lokalisation oder der Verlauf sein.
Im Folgenden veranschaulichen wir Ihnen die verschiedenen Ödem-Arten nach der Lokalisation im Körper:

Ödem-Art Beschreibung Ursachen
Generalisiertes Ödem kann im ganzen Körper auftreten; symmetrisch angelegt
  • Kardiale Ursachen (bspw. Herzinsuffizienz)
  • Renale Ursachen (bspw. Niereninsuffizienz)
  • Endokrine Ursachen
  • Gastrointestinale Ursachen (bspw. Leberinsuffizienz)
  • Medikamente
  • Unterernährung
  • Schwangerschaft
Regionales Ödem tritt nur an bestimmten Körperregionen auf; einseitig oder beidseitig
  • Überlastung durch langes Sitzen oder Stehen
  • Störungen des Lymphabflusses
  • Durchblutungsstörungen
  • Abflussstörungen der Venen
  • Allergien
  • Infektionen
Perifokales Ödem tritt im Gewebe um den Krankheitsherd auf
  • Tumore
  • Blutungen
  • Abszesse
Intrazelluläres Ödem tritt innerhalb der Zelle auf
  • Ischämie
  • Stoffwechselherabsetzungen
  • Vorstadium von Nekrose
Extrazelluläres Ödem tritt außerhalb der Zelle auf
  • Störungen des Lymphabflusses
  • venöse Stauungen

Darüber hinaus gibt es auch noch folgende Sonderformen:

Genetisch bedingte Lymphödeme

Im Gegensatz zu sekundären Lymphödemen können primäre Lymphödeme aufgrund eines vererbten genetischen Defekts auftreten. Diese Form tritt jedoch mit 3 % sehr selten auf.

  • Quincke-Ödem: Diese Form kann aufgrund einer allergischen Reaktion oder eines Enzymmangels entstehen. Es tritt regional auf und ruft akute Schwellungen der Unterhaut hervor. Häufig sind das Gesicht, die Lippen, die Augenlider, der Rachen oder die Zunge betroffen.
  • Reinke-Ödem: Bei dieser Art von Ödem handelt es sich um eine Wassereinlagerung an den Stimmlippen, sodass es zu Stimmstörungen kommen kann. Häufig betroffen sind Menschen, die ihres Berufes wegen viel sprechen müssen.
  • Lymphödem: Es tritt regional auf und zählt zu den häufigsten Wassereinlagerungen. Diese Ödeme entstehen häufig infolge von Krankheiten oder Verletzungen. Am häufigsten sind die Beine oder die Arme betroffen. Laut Erhebungen leiden in Deutschland etwa 2,2 Millionen Erwachsene an einem chronischen Lymphödem.

4. Die Behandlung von Ödemen erfolgt je nach Ursache

kompressionsstrümpfe anziehen

Bei einer Venenschwäche können Kompressionsstrümpfe Abhilfe leisten.

In vielen Fällen verschwindet ein harmloses Ödem nach kurzer Zeit von selbst. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Denn in einigen Fällen kann diese Wasseransammlung durchaus gefährlich werden. Dies gilt vor allem dann, wenn die Wassereinlagerungen einseitig und plötzlich auftreten.

Nach einem kurzen Gespräch, in dem Sie Ihre Beschwerden ausführlich schildern, finden einige Untersuchungen statt, um den Auslöser für die Schwellungen zu finden. In der Regel handelt es sich zunächst um Blut- und Urinuntersuchungen, die Aufschluss über die verschiedenen Werte geben. In einigen Fällen sind weitere Untersuchungen notwendig.

Die anschließende Behandlung eines Ödems richtet sich grundsätzlich nach der Grunderkrankung. Eventuell ist es nötig, entwässernde Medikamente einzunehmen, um das Wasser aus dem Körper zu schwemmen. Bei eiweißreichen Lymphödemen kann eine manuelle Lymphdrainage helfen, um den Lymphfluss zu verbessern.

Handelt es sich um örtliche Ödeme, wie beispielsweise Knöchelödeme oder Beinödeme, kann es auch schon helfen, diese für einige Zeit hochzulagern. Zusätzlich können Sie auf Teesorten zurückgreifen, die den Körper auf natürliche Weise entwässern.

5. Ödemen vorbeugen

Da die Ursachen für Ödeme sehr unterschiedlich sein können, können Sie nicht immer etwas tun, um diesen vorzubeugen. Das bedeutet jedoch auch, dass es Formen gibt, bei denen Sie einige Maßnahmen ergreifen können.

Leiden Sie beispielsweise unter einer Venenschwäche, können Kompressionsstrümpfe dabei helfen, die Wassereinlagerung zu vermeiden. Zusätzlich helfen Gymnastik und viel Bewegung.

Schwangere sollten wiederum darauf achten, ihre Beine regelmäßig hochzulagern. Vermeiden Sie es daher, lange Zeit zu stehen oder zu sitzen.

Wer des Öfteren mit leichten Wassereinlagerungen zu kämpfen hat, kann auch mit einer speziellen Ernährungsweise dagegen angehen. Greifen Sie in diesem Fall öfter zu Lebensmitteln, die natürlich entwässernd wirken. Zu diesen zählen viele Gemüsesorten, wie beispielsweise Gurken, Kürbisse, Fenchel oder Spargel. Auch Obstsorten, wie Ananas, Wassermelonen oder Erdbeeren wirken entwässernd.

Achten Sie außerdem darauf, täglich mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken. Die Flüssigkeitsaufnahme hilft dabei, das überschüssige Wasser auszuschwemmen.

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