Entwässerungstabletten: Wann macht eine Einnahme Sinn?

  • Bei Entwässerungstabletten handelt es sich um Diuretika, die sowohl harntreibend als auch blutdrucksenkend wirken.
  • Es ist nicht möglich, mit Wassertabletten dauerhaft abzunehmen. Die Gewichtsreduktion geht dabei nur auf das verlorene Wasser zurück.
  • Um den Körper auf natürliche Weise zu entwässern, sollten Sie auf bestimmte Lebensmittel zurückgreifen. Zusätzlich hilft viel Bewegung dabei, das überschüssige Wasser aus dem Gewebe abzutransportieren.

Viele kennen das Problem, dass sich nach langem Stehen oder Sitzen Wasser im Gewebe ansammelt. Die Beine werden schwer, die Haut spannt und die Schuhe scheinen plötzlich viel zu eng zu sein. Eine Möglichkeit, um den Körper zu entwässern sind Entwässerungstabletten. Aber wie funktionieren diese und sind sie auch zum Abnehmen geeignet?

In unserem Ratgeber klären wir Sie rund um das Thema Wassertabletten auf. Wir erklären Ihnen, wann es sinnvoll sein kann, diese zu nehmen und wann Sie lieber die Finger davon lassen sollten. Außerdem zeigen wir Ihnen geeignete Alternativen auf, um die Schwellungen loszuwerden.

1. Entwässerungstabletten wirken harntreibend

starker harndrang nach entwässerungstablette

Entwässerungstabletten helfen Ihnen, eingelagertes Wasser loszuwerden.

Entwässerungstabletten zählen zu den sogenannten Diuretika. Diese wirken harntreibend und blutdrucksendend. Sie werden normalerweise bei Bluthochdruck, einer Herzinsuffizienz oder Ödemen mit verschiedenen Ursachen eingesetzt.

Durch die entwässernde Eigenschaft wird vermehrt Wasser über den Urin ausgeschieden. Dies fördert die Aktivität der Nieren, die daraufhin dafür sorgen, dass überschüssiges Wasser und Giftstoffe ausgeschieden werden.

Problematisch ist hingegen, dass nicht nur Wasser, sondern auch Mineralstoffe verloren gehen. Daher müssen Sie verstärkt darauf achten, dem Körper im Ausgleich mehr Mineralstoffe zuzuführen.

Vor allem Kalium ist für den Körper sehr wichtig. Greifen Sie daher zu kaliumreichen Lebensmitteln wie Bananen oder Spinat. In einigen Fällen sind sogar Nahrungsergänzungsmittel notwendig.

Ein positiver Effekt ist hingegen, dass der Druck auf die Gefäße und damit auch der Blutdruck sinkt. So kann das Herz bei einer Krankheit enorm entlastet werden.

Achtung: Halten Sie sich bei Entwässerungstabletten unbedingt genau an die Dosierungsanweisungen.

Das Medikament erhalten Sie in der Regel in Form von Tabletten. Obwohl die meisten dieser Medikamente verschreibungspflichtig sind, erhalten Sie einige jedoch auch rezeptfrei in der Apotheke.

Sogar Drogerien wie dm haben mittlerweile Entwässerungstabletten im Sortiment. Diese Pillen sind häufig pflanzlich, sodass die Wirkung weniger stark ausfällt.

2. Verschiedene Arten von Wassertabletten

frau guckt auf verschiedene entwässerungspillen

Die verschiedenen Arten unterscheiden sich hinsichtlich der Wirkungsweise und des Wirkungsortes.

Wassertabletten gibt es zahlreiche auf dem Markt. Allen gemein ist, dass sie eine entwässernde Wirkung haben.

Da sie jedoch unterschiedliche Wirkmechanismen haben, werden sie üblicherweise in vier verschiedene Arten eingeteilt, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen möchten:

  • Schleifendiuretika: Hemmung der Natriumrückgewinnung; Flüssigkeit wird enorm schnell aus dem Körper abtransportiert; werden bei Ödemen und Bluthochdruck eingesetzt
  • Kaliumsparende Diuretika: vermehrte Ausscheidung von Natrium; verminderte Ausscheidung von Kalium; werden häufig mit weiteren Entwässerungstabletten kombiniert; finden bei Bluthochdruck Anwendung
  • Osmotisch wirksame Diuretika: Wasser wird im Plasma gebunden; steigern die renale Wasserausscheidung; werden bei Hirnödemen verabreicht
  • Benzothiadiazinderivate: erweitern die Gefäße; sorgen für eine höhere Ausscheidung von Natrium; wirken mittelstark und eher langsam; werden hauptsächlich bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz eingesetzt

3. Mit Entwässerungstabletten abnehmen

Missbrauch von Diuretika

Diuretika werden leider nicht nur von Menschen mit Ödemen oder Bluthochdruck eingenommen. Häufig werden sie auch von Personen missbraucht, die an Bulimie oder Magersucht leiden. Auch Bodybuilder nutzen Sie teilweise, um einen besonders definierten Körper aufzuweisen.

Wer schnell abnehmen will, dem wird empfohlen, Entwässerungstabletten zu sich zu nehmen. Dieser Ratschlag ist nicht nur unsinnig, sondern auch äußerst riskant. Denn eine Entwässerung mithilfe von Diuretika kann sehr gefährlich werden. Durch den Nährstoffentzug können sehr viele Nebenwirkungen auftreten.

Dass Wassertabletten zu einem geringeren Gewicht führen, ist unumstritten. Allerdings verlieren Sie während der Einnahme lediglich Wasser statt überschüssigem Fettgewebe. Daher werden Sie auch nicht um eine Diät oder eine Umstellung der Ernährung herumkommen, um lästige Pfunde dauerhaft zu verlieren.

In vielen Fällen sind die frei verkäuflichen Mittel zusätzlich mit dem Hinweis „zur Entschlackung geeignet“ versehen. Laut einem Test von Stiftung Warentest konnte jedoch noch in keiner Untersuchung festgestellt werden, dass diese Schlacken überhaupt existieren, sodass diese Pillen völlig unnötig sind.

Tipp: Um zu einem wichtigen Ereignis in das Lieblingskleidungsstück zu passen, kann es zwar sinnvoll sein, den Körper zu entwässern, allerdings lieber mit natürlichen Mitteln.

4. Die Wassereinlagerungen mit natürlichen Mitteln loswerden

kräuter zum entwässern und entschlacken

Viele Kräuter wirken auf natürliche Weise entwässernd.

Diuretika sind nicht per se schlecht. Allerdings sind sie nur für Menschen geeignet, die an ernsthaften Erkrankungen leiden. Daher sollten Sie die Medikamente auch nur einnehmen, wenn Sie dies mit Ihrem Arzt abgesprochen haben.

Eine Entwässerung ist zudem nicht nur mit Tabletten, sondern auch mit natürlichen Mitteln möglich. So können Sie beispielsweise verstärkt entwässernde Lebensmittel zu sich nehmen. Dazu zählen beispielsweise Ananas, Spargel oder Fenchel. Schränken Sie außerdem Ihren Salzkonsum ein, um Wassereinlagerungen zu vermeiden.

Auch viele Kräuter wirken entwässernd. Bereiten Sie zum Beispiel einen Tee aus Brennnesseln, Löwenzahn oder Zitronenmelisse zu, von dem Sie über den Tag verteilt ein paar Tassen trinken. So kann das überschüssige Wasser ganz einfach aus dem Gewebe abtransportiert werden. Achten Sie jedoch auch stets darauf zusätzlich viel Wasser zu trinken, um den Flüssigkeitshaushalt in Balance zu halten.

Zusätzlich sollten Sie sich viel bewegen, um den Blutkreislauf in Schwung zu bringen. Vermeiden Sie es außerdem, lange Zeit zu sitzen oder zu stehen. Dies führt häufig dazu, dass das Blut in den Beinen versagt. Hilfreich sind auch Massagen, Wechselduschen und kalte Güsse.

5. FAQs – Wichtige Fragen und Antworten

alte frau mit kopfschmerzen

Diuretika können zu Schwindelattacken und Kopfschmerzen führen.

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme auftreten?

Da Entwässerungstabletten harntreibend wirken, werden bei der Einnahme viele wichtige Mineralstoffe ausgeschwemmt. Dadurch kann es zu erheblichen Mangelerscheinungen kommen, die sich durch Schwindel, Sehstörungen, Wadenkrämpfe und einen sehr niedrigen Blutdruck bemerkbar machen können. Ein Kaliummangel kann außerdem zu Herzrhythmusstörungen führen.

Wie lange darf ich Entwässerungstabletten nehmen?

Diuretika dürfen grundsätzlich nur eingenommen werden, wenn Ihr Arzt Ihnen diese verschrieben hat. In der Regel bekommen Sie genaue Anweisungen, wie, wann und wie lange Sie die Tabletten nehmen sollen.

Kann ich auch entwässern, indem ich weniger trinke?

Weniger zu trinken ist genau der falsche Weg, um Wassereinlagerungen loszuwerden. Denn je weniger Sie trinken, desto weniger Wasser kann ausgeschieden werden. Daher gilt: Egal ob Sie Entwässerungstabletten nehmen oder nicht – achten Sie darauf, dass Sie mindestens zwei bis drei Liter Wasser am Tag trinken.

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