Antibiotika und Sport: Ist das gefährlich?

  • Nach der  Einnahme von Antibiotika ist es wichtig, dem Körper ausreichend Ruhe zu gönnen.
  • Die Kombination aus Alkohol und Milchprodukten sollte vermieden werden, da es zu schädlichen Wechselwirkungen kommen kann.
  • Die Einnahme von Koffein in jeglicher Form kann, in Verbindung mit Antibiotika, Herz und Leber stark belasten.

Der Herbst zeigt langsam sein wahres Gesicht, die Temperaturen sinken und auch der Winter ist nicht mehr weit. Und auch, wenn draußen alles so schön bunt aussieht, gibt es – wie jedes Jahr um diese Zeit – ein kleines Problem, das die Freude trübt: Es ist wieder die Zeit, in der eine Erkrankung nach der anderen umgeht.

Viele Krankheiten werden durch Viren übertragen und sind mit ein paar Tagen Ruhe und ein paar Kannen heißem Tee in den Griff zu kriegen. Wenn aber doch einmal ein bakterieller Infekt ins Haus kommt, ist ohne Antibiotika kaum noch etwas zu machen.

In diesem Fall stellen gerade wir Sportler uns die Frage, ob wir noch aktiv werden dürfen. Deshalb zeigen wir Ihnen in diesem Artikel alles, was du über die Einnahme von Antibiotika und Sport wissen musst.

1. Ein kleiner Crashkurs zum Thema Antibiotika

Bevor wir uns mit Antibiotika und den Wechselwirkungen mit dem Sport beschäftigen können, müssen wir zuerst einmal schauen, was Antibiotika überhaupt sind. Übersetzt bedeutet der Name nichts anderes als „Gegen das Leben“. Das bezieht sich natürlich nicht auf das menschliche Leben, sondern auf das der einzelligen Bakterien, die für die Krankheiten verantwortlich sind.

Geschwächt werden dabei leider auch die nützlichen Bakterien, die die Darmflora gesund halten. Auf diesen Punkt werden wir aber weiter unten noch einmal zurückkommen.

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Antibiotika sollten nur konsumiert werden, wenn sie auch notwendig sind.

Auch wenn Antibiotika also bei vielen Krankheiten durchaus helfen können, werden einer Schätzung zufolge etwa die Hälfte aller Antibiotika unnötig verschrieben. Das heißt, dass sie teilweise auch bei nicht bakteriellen Infekten zum Einsatz kommen. Bevor Sie Antibiotika einnehmen, sollten Sie also mit Ihrem Arzt unbedingt die Notwendigkeit abklären. Beharren Sie nicht auf ein Antibiotikum, wenn Sie keines brauchen.

Wenn es dann so weit ist, sollten Sie aber auch genau den Anweisungen des Arztes befolgen und das Antibiotikum durchgängig einnehmen. Wer zu früh aufhört oder Tabletten vergisst, der riskiert, dass die Erkrankung verschleppt wird oder im schlimmsten Fall resistente Bakterien entstehen.

1.1. Dinge, auf die Sie während der Einnahme von Antibiotika verzichten sollten

Während der Einnahme von Antibiotika sollten Sie auf einige Lebensmittel verzichten. So sollten Antibiotika nie gemeinsam mit Milchprodukten eingenommen werden. Denn einige Varianten werden durch das Kalzium der Milch blockiert und gelangen nicht ins Blut. Aber keine Angst: Sie müssen nicht komplett auf Milch, Joghurt oder Käse verzichten – aber in den ersten zwei Stunden nach der Einnahme sollten sie tabu sein.

Von den Wechselwirkungen mit Alkohol werden Sie schon einmal gehört haben.  Jedoch sollte Alkohol für uns Sportler sowieso keine allzu große Rolle spielen. Trotzdem eine kurze Zusammenfassung: Antibiotikum und Alkohol landen gemeinsam in der Leber, die aber nicht beides auf einmal abbauen kann. Deshalb wird der Abbau beider Stoffe gehemmt und die Leber geschädigt.

Und auch auf Koffein sollten Sie weitgehend verzichten. Denn während die Leber mit dem Abbau des Antibiotikums beschäftigt ist, kann das Koffein nicht abgebaut werden. Das belastet nicht nur das Herz, sondern kann Sie im wahrsten Sinne des Wortes um den Schlaf bringen.

Was Sie bei Einnahme und Ernährung beachten sollten, wissen Sie jetzt – beschäftigen wir uns nun also mit der Frage, die Ihnen auf der Seele brennt:

1.2. Sollte ich Sport treiben, und gleichzeitig Antibiotika einnehmen?

Nein. Das ist die klare Antwort, die wir an dieser Stelle geben müssen. Wenn Ihnen Ihre Gesundheit wichtig ist, dann sollten Sie auf Sport komplett verzichten, während Sie Antibiotika einnehmen.

Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Zunächst einmal kann es in der Kombination von Antibiotika und Sport zu einer Herzmuskelentzündung kommen. Diese senkt nicht nur während der Erkrankung die Leistungsfähigkeit deines Herzens, sondern kann auch langfristig zum Problem werden.

Antibiotika schwächen außerdem das Immunsystem. Das klingt widersprüchlich – schließlich sollen sie uns doch gesund machen. Um das zu bewältigen, übernehmen sie allerdings die Aufgabe des Immunsystems und greifen dabei auch die Darmflora an, die für die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen zuständig ist.

Wer Antibiotika einnimmt, sollte also keinen Sport treiben. Ein kleiner Trost: Auch, wenn Sie sich durch ein Workout quälen würdest, könnte der Körper in diesem geschwächten Zustand damit kaum etwas anfangen und Sie würden keinen positiven Trainingseffekt erzielen.

1.2. Muss ich noch etwas beachten, wenn ich die Antibiotika absetze?

Im Prinzip nur etwas, das nach jeder Erkrankung klar sein sollte: Lassen Sie es langsam angehen! In der ersten Woche nach der Einnahme der Antibiotika sollten Sie nur auf Halbgas trainieren und Ihren Körper wieder an die Belastung gewöhnen. Wenn Sie wieder vollständig fit sind, steht auch dem normalen Trainingsalltag nichts mehr im Weg.

1.3. Fazit: Antibiotika und Sport – eine schlechte Kombination

frau mit tablette im mund symbolbild antibiotika und sport

Nach einer Behandlung mit Antibiotika sollte für ein paar Tage auf Sport verzichtet werden.

Als Sportler sollten wir bei der Einnahme von Antibiotika die Disziplin haben, uns nicht sofort wieder auf die Laufstrecke oder ins Fitnessstudio zu schleppen. Stattdessen ist Ruhe das richtige Mittel, damit der Körper schnell wieder gesund und nicht zusätzlich zum Infekt geschädigt wird.

Auf Alkohol und Koffein sollten Sie während der Einnahme komplett verzichten und in der Zeit direkt nach dem Einnehmen keine Milchprodukte zu sich nehmen. Wenn Sie das beherzigen und auf Sport verzichten, werden Sie schnell wieder fit sein.

Am Ende können wir Ihnen hier aber nur einen Einblick geben und Sie über die Risiken informieren. Falls Sie immer noch ernsthaft mit dem Gedanken spielen, Sport zu treiben, sollten Sie vorher auf jeden Fall Ihren Hausarzt konsultieren. Und jetzt:

Gute Besserung!


Bildnachweise: monropic/Adobe Stock, Zerbor/Adobe Stock, puhhha/Adobe Stock (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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