Mit Sehschwäche Sport machen: Das versprechen Sportbrillen

  • Bei einer Sehschwäche haben Sie beim Sport die folgenden Optionen: Die Alltagsbrille, Kontaktlinsen oder eine Sportbrille tragen. Von der Option, gar keine Sehhilfe zu verwenden, wird Ihrer Sicherheit zuliebe abgeraten.
  • Sportbrillen zeichnen sich durch ihre auf die Verwendung beim Sport angepassten Eigenschaften aus. Sie überzeugen mit Rutschfestigkeit, Robustheit, einem guten Tragekomfort und eventuell auch mit UV- und Beschlagschutz.
  • Für bestimmte Sportarten eignen sich verschiedene Sportbrillen-Typen unterschiedlich gut. Für einige Bereiche, so z. B. den Wintersport oder das Rennradfahren, gibt es auch spezielle Brillen.

Für wen lohnt sich überhaupt eine Sportbrille? Sportbrillen mit Stärke sind für Personen optimal, die eine Kontaktlinsenunverträglichkeit haben oder Brille tragen einfach als angenehmer empfinden. Aber auch ohne Stärke kann eine Sportbrille in vielen Bereichen Vorteile mit sich bringen. So schützt sie die Augen vor Wind, Schmutz, Insekten und im besten Fall auch vor UV-Strahlung und sollte daher bei den meisten Outdoor-Sportarten zur Ausrüstung dazugehören.

1. Beim Sport mit Sehschwäche auf Kontaktlinsen oder Sportbrille setzen

Kontaktlinsen beim Sport

Falls Sie Kontaktlinsen beim Sport nutzen möchten, ist es womöglich von Vorteil, auf andere Linsen als Ihre herkömmlichen umzusteigen. Grundsätzlich wird für die meisten Sportarten empfohlen, auf weiche Kontaktlinsen zurückzugreifen, die hoch sauerstoffdurchlässig sind. Nach dem Einsatz beim Sport sollten Tageslinsen entsorgt und Monatslinsen sorgfältig gereinigt werden.

Sportler, die an Kurz- oder Weitsichtigkeit leiden, kennen die Herausforderungen beim Sport sehr gut. Die Alltagsbrille kann durch Verrutschen oder Beschlagen oftmals störend wirken und läuft vor allem bei Kontaktsport Gefahr, beschädigt zu werden. Aber auch Kontaktlinsen müssen bei körperlichen Aktivitäten, z. B. im Freien, außerordentlich strapazierfähig sein.

Für welche Art der Sehhilfe Sie sich entscheiden, sollte hauptsächlich von der Sportart und Ihren persönlichen Vorlieben abhängen. Für kontaktfreie Aktivitäten, beispielsweise leichtes Joggen oder das Einzeltraining im Fitnessstudio, kann die normale Brille meist noch herhalten.

Anders sieht es bei Mannschafts- und Ballsportarten aus. Viele Spieler bevorzugen dafür Kontaktlinsen, da diese nicht so schnell zu Bruch gehen wie Brillen und eine höhere Flexibilität bieten. Weitere Vorteile sind, dass Kontaktlinsen nicht beschlagen und Schweißtropfen die Sicht nicht einschränken. Dennoch können sie auch mal im Auge verrutschen oder gar verloren gehen und zudem verträgt nicht jeder Mensch die Linsen.

frau hält kontaktlinse und brille in händen

Für welche Sehhilfe Sie sich beim Sport entscheiden sollten, ist abhängig von der Sportart und Ihren Präferenzen.

Eine Lösung kann dann die Sportbrille sein. Auf die jeweilige Sehstärke angepasst, bietet sie eine klare Sicht bei einem besonders festem Sitz, sodass ein Verrutschen fast unmöglich wird. Zudem sind Sportbrillen meist besonders robust, damit sie kleineren Unfällen standhalten können. Insbesondere bei Sportarten im Freien schützen Sie die Augen vor Verschmutzungen und herumfliegenden Insekten und lassen im besten Fall nur geringfügig UV-Strahlen durch. Mit diesen Eigenschaften eignet die Sportbrille sich bei bestimmten Sportarten auch für Menschen ohne Sehstärke.

2. Auf diese Kategorien kommt es bei Sportbrillen an

2.1. Bruchsichere Gläser und ein optimaler Halt

Damit die Sportbrille ihren Zweck erfüllt, muss sie, wie bereits erwähnt, besonders robust sein und optimal sitzen. Aber es gibt noch einige weitere Kategorien, in denen eine Sportbrille gegenüber der Alltagsbrille oder Kontaktlinsen überzeugen kann. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht wichtiger Eigenschaften, die eine Sportbrille haben kann.

Kategorie Eigenschaften der Sportbrille
Robustheit
  • meist aus bruchsicherem Kunststoff
  • schlag- und stoßfest
  • splitterfreies Material für Gläser und Rahmen
Halt und Tragekomfort
  • leicht im Gewicht für angenehmes Tragegefühl
  • optimal sind abgerundete Gläser und eine ergonomische Form
  • Bügel aus rutschfestem Material, Polster an Nase und Ohren oder ein zusätzliches Kopfband
  • individuell einstellbar, verrutscht nicht und sitzt dabei bequem
UV-Schutz
  • integriertes Filterglas schützt vor UV-Strahlen und Lichtreflexionen
  • besonders bei Sport im Freien von Vorteil
Beschlagschutz
  • Gläser mit Belüftungssystem
  • verhindern Beschlagen und gewährleisten so optimale Sicht

Weiterhin weisen einige Sportbrillen eine Tönung der Gläser auf, die beispielsweise kontraststeigernd wirken können, was bei sich schnell wechselnden Lichtverhältnissen von Vorteil sein kann. In diesem Zuge bieten einige Hersteller sogar selbsttönende Sportbrillen an, bei denen sich die Gläsertönung den jeweiligen Lichtverhältnissen anpassen kann. Solche Brillengläser nennt man photochromatische Gläser und sind besonders bei Profi-Sportlern sehr beliebt. Für den Indoor-Sport bei gleichbleibenden Lichtbedingungen sind sie aber mit Sportbrillen ohne Tönung gut bedient.

Was den UV-Schutz der Sportbrille angeht, sind dieselben Dinge zu beachten wie für eine herkömmliche Sonnenbrille. Für einen verlässlichen UV-Schutz sollte auch die Sportbrille eine CE- und eine UV400-Kennzeichnung tragen.

2.2. Die Brille individuell anpassen: Dioptrien und Einstellungsmöglichkeiten

Falls Sie eine Sportbrille mit Dioptrien benötigen, können Sie die Stärke auswählen, die Sie auch bei ihrer normalen Korrekturbrille tragen. Die meisten Hersteller und Optiker bieten eine individuelle Anfertigung nach der gewünschten Stärke an.

Da jede Kopfform und jedes Gesicht anders ist, sitzt nicht jede Brille sofort gleichermaßen gut. Der Vorteil von Sportbrillen ist, dass sie sich individuell anpassen lassen, da die Bügel biegbar und die Nasenauflagen verstellbar sind. Hat die Brille ein Loch am Ende der Bügel, lässt sich ein Kopfband befestigen, welches dem Modell einen extra starken Halt verleiht.

Tipp: Tragen Sie nach erstmaligem Kauf einer Sportbrille Ihr Modell nicht nur ausschließlich beim Training, sondern auch zuhause zwischendurch, um sich an das Tragegefühl zu gewöhnen.

Auch das Design der Sportbrille sollte Sie natürlich ansprechen, damit Sie sich auch wirklich Wohl beim Tragen der Brille fühlen. Glücklicherweise gibt es ein breites Angebot an Styles und Farben, in dem Sie sicherlich eine passende Sportbrille finden werden.

3. Unterschiede: Welche Sportbrille für welche Sportart?

Haben Sie sich bereits dazu entschieden, dass eine Sportbrille die beste Lösung für Sie ist, dann müssen Sie sich nur noch für ein Modell entscheiden. Da die Sportart, die Sie mit der Brille ausüben wollen, dabei keine unwesentliche Rolle spielt, erfahren Sie abschließend, was eine Sportbrille für bestimmte sportliche Aktivitäten vorweisen können sollte.

mann läuft auf straße mit sportbrille

Mit einer Sportbrille sind Sie beim Laufen ungestört von Insekten und Sonnenstrahlen.

  • Laufsport

Bei einer schnellen Runde Joggen oder einer entspannten Nordic-Walking-Einheit – beim Laufsport sollten Sie eine besonders leichte Brille in heller Tönung tragen. Wichtig ist ein UV-Schutz und eine gute Sicht bei wechselnden Wetterbedingungen.

Ob beim Mountainbike- oder Rennradfahren – bei den erreichten Geschwindigkeiten muss die Brille nicht nur vor UV-Strahlen schützen, sondern auch vor Wind, Staub, Insekten und Spritzwasser. Daher sollte die Brille für Radfahrer relativ groß sein, aber dennoch so abschließen, dass kein Wind an die Augen gelangt.

  • Wassersport

Da Wasser das Sonnenlicht reflektiert, ist auch bei Sportbrillen für das Segeln oder Rudern ein hoher UV-Schutz sowie eine Reduzierung von Reflexionen gefragt. Große Gläser schützen außerdem vor Spritzwasser und eine dunkle Tönung gewährleistet gute Sicht bei sehr hellen Lichtverhältnissen.

  • Ballsport

In den meisten Ballsportarten ist Körperkontakt unvermeidbar und kleinere Stürze oder Ähnliches gehören oft dazu. Deshalb ist es essenziell, dass die Sportbrille nicht von der Nase rutschen kann und bestenfalls durch ein zusätzliches Kopfband fixiert werden kann. Die Bruchsicherheit spielt bei solch kontaktreichen Sportarten eine besonders wichtige Rolle.

skibrille liegt auf schnee

Die Skibrille stellt eine speziell für den Wintersport gefertigte Sportbrille dar.

  • Wintersport

Sportbrillen gehören zur Standardausrüstung von Snowboardfahrern und Skifahrern, allerdings handelt es sich dann meist um eine etwas andere Art der Sportbrille: Die Skibrille. Sie soll vor UV-Licht, aber auch vor Fahrtwind und Kälte schützen. Da auch hier hohe Geschwindigkeiten ebenso wie Stürze nicht ausgeschlossen werden können, sind Skibrillen mit einem breiten Kopfband ausgestattet, das den Verlust der Brille verhindert.

Achtung: Vom Tragen einer einfacheren Sportbrille oder gar eine normalen Sonnenbrille beim Ski- und Snowboardfahren ist deutlich abzuraten. Eine unzureichende Sicht oder das Verlieren der Brille stellt eine Gefahr für Sie und Ihre Mitmenschen dar.

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